Erinnerung an „Grüner Marsch“ – Rede von König Mohammed VI.

41. Jahrestages des „Grüner March“, König Mohammed VI. hält TV-Rede aus dem Senegal.

König Mohammed VI
König Mohammed VI. und Print Raschid TV-Rede aus Dakar Senegal

Anlässlich des 41. Jahrestages des „Grüner Marsch“ hält König Mohammed VI. eine TV-Rede aus dem Senegal.

Eine ausführliche Darstellung der Rede finden Sie hier (klicken)

Dakar/Rabat –  Der „Grüner Marsch“ jährte sich gestern zum 41-mal und König Mohammed VI. hielt zu diesem Anlass eine TV-Rede an die Marokkaner.

Diese Rede stellt eine Premiere da. Erstmalig befindet sich König Mohammed VI. nicht in Marokko, sondern im Ausland, als er sich an die Bevölkerung wendet. Aktuell befindet sich der Monarch in der Senegalischen Hauptstadt Dakar.

Unter dem Namen „Grüner Marsch“ wird ein von Marokko organisierter Marsch bezeichnet, der 1975 stattfand. Man geht davon aus, dass ca. 350.000 größtenteils unbewaffnete marokkanische Bürger in die von Spanien besetzte Kolonie Sahara (jetzt Westsahara) eingezogen sind. Dabei sollte die Massenbewegung Spanien dazu bewegen, die besetzte Sahara freizugeben, was dann auch gelang. Marokko vertritt die Ansicht, dass die betreffende Sahararegion schon immer ein Teil Marokkos gewesen ist und daher auch immer sein sollte. Diese Haltung wird nicht von allen Staaten geteilt und sowohl von einigen Staaten Afrikas als auch von der sog. Befreiungsbewegung Westsahara, unter der Bezeichnung Polisario, bestritten.

Der 6. November eines jeden Jahres erinnert an die Ereignisse von 1975 und ist der Anlass für eine Rede des Königs von Marokko.

Die diesjährige Rede von König Mohammed VI. war stark von den außenpolitischen Entwicklungen geprägt. Der König stellte nochmals klar, dass Marokko sich wieder stärker auf den afrikanischen Kontinent konzentrieren möchte und weiterhin an einem Wiedereintritt in die Afrikanische Union (AU) interessiert ist.

Das Interesse an einer verstärkten Zusammenarbeit mit den afrikanischen Ländern soll einen Beitrag zur Gesamtentwicklung Afrikas leisten. Aus Sicht des Königs hätte Marokko einiges zu bieten. Neben wirtschaftlicher und politischer Kompetenz auch viel Erfahrung in Sicherheitsfragen, im Kampf gegen Extremismus und Terrorismus.

Das Angebot an die afrikanischen Nationen solle aber nicht missverstanden werden, denn die Einheit des Königreiches stehe nicht zur Diskussion, so Mohammed VI. weiter. Vielmehr möchte Marokko, als Mitglied der afrikanischen Union (AU) die Gelegenheit nutzen, sich den Darstellungen, rund um die Westsahara, zu stellen und eventuell helfen einiges zu korrigieren. Die bisherige Afrika-Reise hat gezeigt, dass ein großes Interesse besteht, dass Marokko seinen „natürlichen Platz“ in der afrikanischen Familie einnimmt, so der König.

Anspruch an die neue marokkanische Regierung deutlich formuliert.

Der Monarch befasste sich in seiner Rede nicht nur mit der Außenpolitik. In Marokko versuchen die Parteien nach der Parlamentswahl eine Koalitionsregierung auf die Beine zu stellen. Er ermahnte die Parteien erneut, nicht nur den Parteiinteressen dienlich zu sein und sich zu verhalten, als müssen man „die Beute untereinander aufteilen“. Er erwarte, dass auch eine neue Regierung ihren Beitrag zur eingeleiteten Afrikapolitik leistet. Auch formulierte der König klare Kriterien, wonach er prüfen wird, ob die neue Regierung sinnvoll erscheine.

Der König stellte heraus, dass gerade die südlichen Provinzen des Landes  (Sahararegion) sich als besonders engagiert für das Staatsgebiet Marokko erwiesen. Dies zeige sich anhand der wiederholt hohen Wahlbeteiligung.

Weltklimakonferenz in Marrakech sollte zur afrikanischen Weltklimakonferenz werden.

Der marokkanische König berichtete darüber, dass sich das Land sehr darum bemüht hat, dass die aktuelle Weltklimakonferenz in Afrika stattfindet. Damit besteht eine große Chance mehr und stärker afrikanische Themen auf die Tagesordnung zu setzen. Der König wies darauf hin, dass Afrika stark vom Klimawandel betroffen ist und deshalb stärker für seine Interessen eintreten müsse. Gelegenheit zur Entwicklung einer gemeinsamen Haltung bestehe rund um den parallel stattfinden Afrika-Gipfel.

Eine ausführliche Darstellung der Rede finden sie hier (klicken)