Marokko – Attijariwafa Bank und EXIM Bank of China planen 5 Milliarden Dollar Fond.

China nutzt marokkanische Bank für Finanzexpansion nach Afrika

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Vertreter Attijariwafa Bank und EXIM Bank of China unterzeichnen Absichtserklärung

Gemeinsame Unterstützung von Unternehmen bei der Expansion von Afrika nach China.

Shanghai – Die marokkanische Bank und der finanzielle Arm der internationalen Handelspolitik Chinas prüfen eine Bündelung der Kräfte zur Finanzierung von Wirtschaftsprojekten in Afrika. Die marokkanische Attijariwafa Privatbank und die EXIM Bank of China unterzeichneten, am Rande der zweiten Ausgabe der China International Import Ausstellung in Shanghai, die vom 5. bis 10. November stattfand, eine Absichtserklärung zur Schaffung eines Fonds von 5 Milliarden US-Dollar. In einer Erklärung erläuterten die beiden zukünftigen Partner ihre Absichten. Es sollen Gelder zugeteilt werden, zur Förderung afrikanischer Exporte nach China sowie zur Finanzierung von Investitionen und dem Bau von Industrieparks in Ländern, in denen die marokkanische Bank tätig ist. Das meiste Geld wird die EXIM Bank of China in den Fond einbringen.

Umsetzung des Acht-Punkteplan des China – Afrika Gipfels 2018

Die Kooperation ist Teil des Acht-Punkteplans zur Entwicklung der chinesisch-afrikanischen Beziehungen, den der chinesische Präsident Xi Jiping, im September 2018 auf dem letzten Forum „Sino-African Cooperation (FOCAC)“ in Peking, angekündigt hatte. „Diese Vereinbarung wird es unserer Bank ermöglichen, die im China-Afrika-Korridor tätigen Unternehmen zu unterstützen und die Entwicklung von Exportunternehmen in Marokko und den afrikanischen Ländern südlich der Sahara zu fördern, um den chinesischen Markt mit 1,4 Milliarden Verbrauchern zu erschließen sowie zur Stärkung des Industriesektors in allen unseren Ländern beizutragen“, sagte Mohamed El Kettani, CEO der Attijariwafa Bank.

China nutzt marokkanische Bank für Finanzexpansion nach Afrika

Mit der Kooperation mit der Attijariwafa Bank bekommt die EXIM Bank of China auch Zugang zur Finanzinfrastruktur der Marokkaner in Afrika und muss nicht selbst Netzwerke und Filialen aufbauen. Zugleich kann China die Sektoren mitbestimmen, die gefördert werden sollen und so die Expansion afrikanischer Unternehmen in Richtung China kontrollieren. Wobei man sich in China keine Sorgen darüber macht, dass sehr viele konkurrenzfähige Fertigprodukte aus Afrika auf den chinesischen Markt kommen werden. Vielmehr expandiert China seit einigen Jahren mit eigenen Produktionsstätten auf den afrikanischen Kontinent, weil die Löhne teils signifikant niedriger sind, als in China selbst.

Marokkanische Bank bekommt Einfluss auf chinesische Vertriebs- und Finanzströme

Durch die gemeinsame Koordinierung von Expansionsfinanzierung erhält auch Marokko mehr Einfluss auf die Aktivitäten in der Sub-Sahara. Marokko misst diesem Gebiet eine wichtige strategische Rolle für die eigene Entwicklung bei. Wirtschaftlich will man in Rabat die Sub-Sahara-Region erschließen und hat sich daher zu einer sog. Süd-Süd-Strategie bekannt. Kritiker aus dem Ausland bewerten diese Strategie auch als Anspruch auf eine politische und wirtschaftliche Einflusssphäre. Hinter der Attijariwafa Bank steht mehrheitlich die marokkanische Al Mada Holding. Die Al Mada Holding, ehemals SNI, ist die größte marokkanische Beteiligungsgesellschaft und gehört wiederum mehrheitlich der königlichen Familie.

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