Marokko – Attijariwafa Bank weitet Afrikageschäft aus.

Bank setzt strategische Afrikapolitik des Königs um.

Attijariwafa
Attijariwafa Bank Marokko

Marokkanische Privatbank will 2019 durch Zukäufe in Afrika wachsen.

Casablanca – Die marokkanische Attijariwafa Bank plant ihr Afrikageschäft auszuweiten. Ab Ende nächsten Jahres soll es einen neuen Akquisitionsschub geben, wobei mehrer Länder im Zentrum der strategischen Maßnahme stehen. Wie die Bank kürzlich mitteilte, will sie sich ab 2019 in Ruanda, Kenia und Äthiopien engagieren. Dies bestätigten hochrangige Manager der Bank. „Wir haben Möglichkeiten in Ruanda. Wir prüfen auch Möglichkeiten in Kenia und Äthiopien“, sagte Youssef Rouissi, stellvertretender General Manager der Bank, zuständig für das globale Corporate Investment Banking, gegenüber Reuters. „Die Idee ist, Banken zu erwerben, die zu den ersten fünf Instituten in jedem Markt gehören“, sagte er am Rande einer Investmentkonferenz in Johannesburg.

Bank bereits in zahlreichen afrikanischen Ländern präsent.

Die Attijariwafa Bank ist eine der größten Banken Marokkos. Die an der Börse von Casablanca notierte Privatbank befindet sich mehrheitlich im Eigentum der Al Mada Holding. Die Al Mada Holding ist die Investmentgesellschaft der königlichen Familie. Die Bank verfügt bereits über Tochtergesellschaften in Kamerun, in der Republik Kongo, Ägypten, Gabun, der Elfenbeinküste, Mali, Mauretanien, Senegal, Tunesien und Togo. Sie hat auch Niederlassungen in Europa und am Golf. Erst im letzten Jahr kaufte die Bank das Ägyptengeschäft von der britischen Barclaysbank.

Bank setzt strategische Afrikapolitik des Königs um.

„Der Energiesektor ist für uns ein Schwerpunkt, aber auch die Infrastruktur, Häfen, Industriegebiete sowie natürlich die Unterstützung der Agrarwirtschaft, inkl. des Transports und der Logistik, die alle für die Entwicklung dieser Länder von entscheidender Bedeutung sind“, sagte Rouissi. Er fügte hinzu, dass die Attijariwafa Bank bestrebt sei, ihre Erfahrung aus der Finanzierung von Infrastrukturprojekten in Marokko zu nutzen, indem sie ihr Fachwissen den Regierungen in den neuen Märkten, in die sie eintritt, zur Verfügung stelle. Damit setzt die Bank die von König Mohammed VI. propagierte Afrikapolitik um. Vor der Rückkehr des Königreiches in die Afrikanischen Union 2017 reiste der Monarch durch die meisten der genannten Länder und versprach ein verstärktes Engagement marokkanischer Unternehmen.

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Marokko bereits stark in Afrika engagiert.

Mehrere marokkanische Banken, Telekommunikations- und Bauunternehmen sowie Industriekonzerne expandieren nach Afrika und trieben die marokkanischen ausländischen Direktinvestitionen, laut UN-Statistiken, auf 960 Millionen US-Dollar im Jahr 2017. Marokkanische Beobachter gehen von einer höheren Summe aus.

Die Attijariwafa Bank verzeichnete im ersten Halbjahr dieses Jahres einen den Aktionären zustehenden Reingewinn von 6,4 Prozent bei 2,8 Milliarden Dirhams (259 Millionen Euro) Umsatz.

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