Marokko – Bargeldumlauf seit Jahresbeginn um 62 Mrd. MAD gestiegen.

Abbau der Bargeldmenge bisher erfolglos.

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Dirham
Marokkanischer Dirham

Innerhalb eines Monats stieg der Bargeldumlauf um 16,8 Mrd. MAD.

Rabat – Laut einer veröffentlichten Statistik der Bank Al-Maghrib erreichte der Bargeldumlauf Ende Juli 2020 eine Gesamtsumme von 312 Mrd. marokkanische Dirhams MAD (ca. 28,61 Mrd. EURO), was einem Anstieg von 16,8 Mrd. MAD innerhalb eines Monats entspricht.

Seit Beginn der Coronavirus – Pandemie beschleunigte sich der Bargeldumlauf bis einschließlich Juli auf die genannten 312 Milliarden MAD, d.h. ein Anstieg von 5,7% in einem Monat und 24,8% seit Jahresbeginn.  Der Wali der marokkanischen Zentralbank Bank Al-Maghrib, Jouhari, hatte im Juni erklärt, dass dieses Phänomen weitgehend auf die staatliche Hilfen für die Haushalte im informellen Sektor, die überwiegen aus dem COVID-19 Fond und in bar ausgezahlt wurden, zurückzuführen ist. Die finanzielle Unterstützung wurde vom Economic Intelligence Committee beschlossen, um die Folgen der Coronavirus – Pandemie zu mildern. Der marokkanische Finanzminister erklärte vor wenigen Wochen, dass ca. 16 Mrd. MAD für soziale Zwecke aus dem COVID-19 Sonderfond ausgezahlt wurden, was zu den Angaben der Zentralbank passen würde. Die Differenz erklärt die Zentralbank mit „üblichen Liquiditätsspannungen während der Sommerperiode“, durch Reisetätigkeit oder Sonderausgaben.

Hilfsgelder
Marokko zahlt erneut Hilfsgelder an Menschen im sog. informellen Sektor. Geld soll im Rahmen des Gesundheitsnotstands unterstützen.

Zentralbank stärkt Bargeldbestand bei den Banken.

Ein Anstieg der umlaufenden Bargeldmenge hat auch direkte Folgen für die Banken und Volksbanken. Ihnen wird Liquidität entzogen. Angesichts dieser Entwicklung hat die Bank Al-Maghrib die Liquiditätsspritzen in den Bankenkreislauf vervielfacht, ein Trend, der sich im August fortsetzte, als die Zentralbank letzte Woche 120 Mrd. MAD ins Finanzsystem injizierte. Seit dem 1. Januar 2020 hat der Bargeldumlauf in Marokko um 62 Milliarden MAD zugenommen.

Abbau der Bargeldmenge bisher erfolglos.

Seit Jahren verfolgt man in Marokko das Ziel, das umlaufende Bargeld zu verringern. Durch zahlreiche Initiativen wurde versucht, mehr Kontrolle über die Geldmenge zu bekommen und Zahlungsströme besser nachverfolgen zu können. Die Regierung in Rabat will die Zahlungssysteme zunehmend digitalisieren, um besser gegen Geldwäsche, Korruption und Steuerhinterziehung vorgehen zu können. Eine Auflage die die EU und die OSCD machen. Große Hoffnungen setzte man auf Mobilepayment, um auch Menschen, die bisher keinen Zugang zum Finanzsystem hatten, einen digitalen Weg anbieten zu können. Aber auch die kleinen und mittleren Geschäftsleute zeigen enormen Widerstand bei der Digitalisierung ihrer Finanzströme. So sträubte man sich Ende letzten Jahres gegen die zwangsweise Einführung von genormten digitalen Kassensystemen und der Quittungspflicht sowie gegen die Einführung von digitalen Paymentlösungen. Bargeld ist weiterhin das beliebteste Zahlungsmittel in Marokko.

Marokko – Einführung von Mobile Payment stockt.

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