Marokko – BMCE Bank kündigt Kapitalerhöhung an.

Großprojekte und Expansion erhöhen den Kapitalbedarf der Bank.

113
BMCE
BMCE

Marokkanische Bank will Eigenkapitalausstattung verbessern.

Casablanca – Die marokkanische BMCE, die nach einer kürzlich vorgenommenen Namensänderung nun BMCE Bank of Africa heißt, kündigte in einer aktuellen Pressemitteilung eine Kapitalerhöhung an. Die BMCE, unter der Führung des marokkanischen Milliardärs Othman Benjelloun, gehört zu den größten Privatbanken des nordafrikanischen Königreiches und expandiert aktuell aggressiv in den afrikanischen Raum und nach Asien. Anfang des Jahres erhielt man als erste Bank Marokkos eine Lizenz für China und eröffnete eine Filiale im „Reich der Mitte“. Für die weitere Expansion werden zusätzliche Finanzmittel und Partner benötigt. Die nun angekündigte Kapitalerhöhung soll die Eigenkapitalausstattung um ca. vier Milliarden marokkanische Dirhams MAD bzw. ca. 373,55 Millionen Euro* verbessert.

Marokko – BMCE erhält Bankenlizenz für China.

Kapitalerhöhung in zwei Schritten ab September.

Die Kapitalerhöhung soll ab September in zwei Phasen stattfinden und ohne die Ausgabe neuer Aktien umgesetzt werden. Dies teilte die BMCE Bank am Freitag nach Börsenschluss in ihrer Presseerklärung ebenfalls mit. In der ersten Phase werden die zur Auszahlung anstehende Dividende, in Höhe von ca. 730 Millionen MAD, und vorhandene Barmittel, in Höhe von ca. einer Milliarde MAD, dem Eigenkapital zugerechnet. Die zweite Phase der Finanzierungsrunde wird durch den Einstieg der britischen CDC-Gruppe dargestellt. Der Einstieg des britischen Staatsfonds bei der BMCE hat ein Volumen von ca. zwei Milliarden MAD.

Marokko – Briten kaufen sich bei BMCE Bank of Africa ein.

Bank will in die marokkanische und afrikanische Wirtschaft investieren.

Laut der Pressemeldung der BMCE soll mit der Kapitalerhöhung die marokkanische und afrikanische Wirtschaft unterstützt werden. Dies bedeutet, dass man in aktuelle Projekte im Königreich und in Afrika investieren will. Die Bank betont, dass die Kapitalerhöhung ein Beweis für das Vertrauen in die Zukunft der Ziel- und Heimatmärkte und in die Bank als solches darstellt. Gleichzeitig kündigt die Bank an, dass sie nach der Kapitalerhöhung weitere Maßnahmen „zur Verbesserung ihrer operativen Effizienz und zur Stärkung ihrer wirtschaftlichen und finanziellen Leistungsfähigkeit einleiten will“. Dies könnte bedeuten, dass Sparmaßnahmen eingeleitet werden, die die Kostensituation verbessern sollen. In der Regel drohen bei solchen Ankündigungen Personalabbau und ggf. Filialschließungen. Meist kein gutes Signal bezogen auf die Situation der Bank.

Großprojekte und Expansion erhöhen den Kapitalbedarf der Bank.

Eine solche Kapitalerhöhung wird die Aktionäre nicht unbedingt erfreuen, insbesondere wenn sie dafür auf ihre Dividende verzichten müssen. Der Aktienkurs wird nur bedingt betroffen sein, weil nicht mehr Aktien auf den Markt gelangen. Die neuen britischen Anteilseigner werden aber den BMCE Vorstand dazu drängen, die Ertragslage zu verbessern. Die BMCE Bank ist sehr in Infrastrukturprojekte engagiert und hat sich sowohl bei der Finanzierung des marokkanischen TGV als auch bei dem anstehenden Bau der neuen Stadt Mohammed VI. Tanger Tech engagiert.

Großprojekte laufen nicht ohne Probleme.

Die neue Stadt verursacht insbesondere dem Vorstandsvorsitzenden Kopfzerbrechen, nach dem sich bisherige chinesische Investoren als unzuverlässig erwiesen und der Kapitalbedarf in Folge von Absagen gestiegen ist. Die schnelle Expansion marokkanischer Banken im Sub-Sahara-Raum ist zwar politisch gewollt, wird aber sowohl von der marokkanischen Zentralbank wie auch vom IWF kritisch beobachtet. Letztendlich bindet der Prestigebau eines der höchsten Bürotürme Afrikas in Rabat, dem BMCE Tower, weiteres Kapital.

*Wechselkurs Stand 1. August 2019

Empfohlener Artikel