Marokko – Inwi startet mobiles Bezahlen.

Marokko will Finanzinfrastruktur als Kampf gegen Schwarzgeld verbessern.

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Telekommunikationsunternehmen INWI Maroc

Drittgrößter Telekommunikationsanbieter bekommt erste Lizenz der Staatsbank.

Casablanca – Seit Ende Dezember 2017 hat die marokkanische Staatsbank, Banq Al Magrib, beschlossen, das Bezahlen per Handy zu fördern. In Marokko will man die Bedeutung des Bargeldes zurückdrängen und allen sozialen Schichten den Zugang zu Bankdienstleistungen ermöglichen. Dazu sind technische Dienstleister und die Telekommunikationsanbieter aufgefordert, entsprechende Angebote zu schaffen. Am 12. Juni fand in der marokkanischen Wirtschaftsmetropole Casablanca das Mpay-Forum statt, an dem ca. 200 lokale sowie internationale Betreiber von mobilen Bezahldiensten teilgenommen haben. Anlässlich dieses Forums kündigte der drittgrößte Telekommunikationsanbieter Marokkos, Inwi, die Einführung ihres Dienstes „Mobile Money“ in diesem Sommer, als landesweites Angebot, an.

Geldgeschäfte per Handy von überall.

Der landesweite Telekommunikationsanbieter mit eigenem Netz, ist der erste Anbieter, der über eine neue Tochtergesellschaft für mobile Zahlungen die endgültige Lizenz für Gelddienstleistungen der marokkanischen Staatsbank, Bank Al-Maghrib, erhalten hat.

Marokko – Banq Al Maghrib glaubt an Mobile Payment.

Inwi nutzte das MPay-Forum als Gelegenheit, den Beitrag von „Mobile Money“ bei der Entwicklung neuer finanzieller und digitaler Dienste zu verdeutlichen, die man an die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Marokkanerinnen und Marokkaner angepasst haben will.

„Dank der eigenen Infrastruktur und der Stärke der Marke ermöglicht Inwi seinen Kunden, aber auch allen Marokkanern, die ein Mobiltelefon besitzen, den Zugang zu einer breiten Palette mobiler Finanzdienstleistungen, die es ihnen ermöglichen, alles auf einen Klick zu erledigen: Geld transferieren, bezahlen und abheben, ihr Guthaben neu laden usw.“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Letztendlich wird „Mobile money by inwi“ eine größere finanzielle Integration in Marokko ermöglichen, indem es der größten Zahl von Marokkanern den Zugang zu mehreren Finanzdienstleistungen überall ermöglicht, so das Unternehmen weiter.

Marokko ist spät dran.

Das Bezahlen mit Bargeld ist überall auf der Welt auf dem Rückzug. In den USA und in vielen Europäischen Staaten wird das Bargeld vor allem durch Kartenzahlungen ersetzt. Bank- bzw. Kreditkarten bedürfen eines entsprechenden Bankwesens sowie dem Zugang alle Bürgerinnen und Bürger zu entsprechenden Finanzdienstleitern. In Ländern, wo der Zugang zu Banken nicht für alle möglich gewesen ist, sich aber Mobilfunk durchsetzte, sprang man gleich auf Mobile Payment. In Asien kann man seit Jahren sogar Kleinstbeträge per QR-Code und Direktüberweisung bezahlen. In Afrika ist Kenia mit seinem Dienst M-Pesa ebenfalls seit Jahren ein Musterland, wenn es darum geht, Entwicklungen auf dem Gebiet der Finanzdienstleistungen umzusetzen. Überall wo ein einfaches Handy funktioniert, können Menschen Geldgeschäfte tätigen und Konten führen. Nun soll dies auch in Marokko möglich werden.

Marokko will Finanzinfrastruktur als Kampf gegen Schwarzgeld verbessern.

Wie über all auf der Welt und insbesondere in Afrika spielt das Handy eine sehr wichtige Rolle für die Entwicklung der Gesellschaften. Die neuen Bezahldienste per Mobilfunkanbieter sind, entgegen der Banken, überall nutzbar. Zugleich will Marokko die Menschen dazu bringen, mehr digital am Wirtschaftsleben teilzunehmen und so den Kampf gegen Steuerhinterziehung durch Schwarzgeld erfolgreicher zu gestalten. Digitale Transaktionen sind jederzeit nachprüfbar. Derzeit gehen dem marokkanischen Staat Milliarden an Steuereinnahmen verloren, da durch Bargeldgeschäfte vieles nicht verbucht wird. Die Bequemlichkeit sowie Sicherheit des Mobile – Payment sollen einen Anreiz bieten, dass die Menschen „ehrlicher“ im Wirtschaftsleben agieren.

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