Tunesien – IWF will weitere Kredite freigeben.

Verhandlungen zwischen Tunesien und dem IWF waren schwierig.

220
US-Dollar
Auszahlung in US-Dollar

Verhandlungen zwischen Tunesien und dem IWF stehen vor dem Abschluss.

Tunis – Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagte am Mittwoch, dass er mit Tunesien eine Vereinbarung auf Mitarbeiterebene über die fünfte Auszahlung eines Darlehens erarbeitet habe.

Nun muss der Vorstand des IWFs seine Zustimmung geben. Diese abschließende Freigabe wird Anfang Juni erwartet. Dann stellt der IWF einen neuerlichen Auszahlungsbetrag von ca. 247 Millionen US-Dollar zur Verfügung.

Neuerliche Kreditprüfung im Rahmen eines 2016 abgeschlossenen Abkommens.

Tunesien schloss im Dezember 2016 mit dem IWF eine Vereinbarung über einen Kreditrahmen im Wert von rund 2,8 Milliarden US-Dollar. Das Geld soll zur Sanierung der angeschlagenen tunesischen Wirtschaft dienen. Der Ausgehandelte Sanierungsplan mit dem IWF beinhaltete Maßnahmen zum Abbau vorhandener Wirtschaftsdefizite und zur Reduzierung aufgeblähter öffentlicher Dienstleistungen. Sobald der IWF die neue Kreditsumme freigegeben hat, hat Tunesien ca. 1,6 Milliarden US-Dollar des Kreditrahmens von 2,6 Milliarden US-Dollar ausgeschöpft.

Verhandlungen zwischen Tunesien und dem IWF waren schwierig.

Aus den Verhandlungskreisen will die Nachrichtenagentur Reuters erfahren haben, dass die Verhandlungen „sehr schwierig“ gewesen seien. Auf Widerstand traf Tunesien beim IWF, weil die Regierung in Tunis in diesem Jahr die Löhne von 670.000 Beamten erhöhte und damit Monate der Spannungen mit der mächtigen Gewerkschaft UGTTT beendete. Der IWF hatte gefordert, dass Tunesien die Löhne im öffentlichen Dienst einfriert.

Tunesien setzte vorab geforderte Maßnahmen des IWF um.

Um das vom IWF geforderte Energiedefizit zu verringern, hatte die Regierung im vergangenen Monat die Treibstoffpreise angehoben. Dies war die fünfte Preisanpassung in den letzten 12 Monaten.

Das Parlament verabschiedete in diesem Monat auch ein Gesetz zur Anhebung des Renteneintrittsalters für Beamte um zwei Jahre. Tunesien hat auch Gesetze verabschiedet, zur Erhebung von Sozialversicherungsbeiträgen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Dies war auch eine Forderung des IWFs und weiterer internationaler Kreditgeber. Das Ziel ist eine Stabilisierung der tunesischen Finanzen. Doch die Ungeduld des IWF steigt. Aus seiner Sicht hat die tunesische Politik, seit den politischen Veränderungen der Jasminerevolution von 2011, nicht ausreichend den Kampf gegen Korruption, Inflation und Arbeitslosigkeit vorangetrieben.

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