11% der Marokkaner unter 24 Jahren sind Analphabeten

Deutliche Unterschiede zwischen Städten und ländlichen Gebieten.

350
Analphabeten
Frauen und Mädchen stärker betroffen als Jungen und Männer. Land stärker als Stadt.

Insgesamt sind 32% der Menschen in Marokko Analphabeten. Gerade junge Mädchen und Frauen sind betroffen.

Anlässlich des Internationalen Tages der Jugend, hat die „Hohe Planungskommission HCP“ statistische Informationen zur Lage der jungen Menschen in Marokko veröffentlicht. Betrachtet wurden bei der Analyse junge Frauen und Männer im Alter von 15 bis 24 Jahren. Dabei wurde betrachtet, welchen Anteil sie an der Gesamtbevölkerung haben und wie es um ihre Bildung bestellt ist. Die Zahlen basieren auf der letzten Volkszählung aus dem Jahre 2014. Betrachtet wurde der Anteil der Analphabeten unter ihnen.

Anteil der jungen Menschen liegt bei ca. 20% an der Gesamtbevölkerung.

In Marokko leben laut HCP rund 35 Millionen Menschen. Die betrachtete Altersklasse umfasst ca. 20% der Gesamtbevölkerung bzw. ca. 6 Millionen Menschen. Bei der letzten Volkszählung wurde ermittelt, dass der Anteil der Analphabeten unter der jungen Bevölkerung bei 11% liegt. Damit liegt sie deutlich unter dem Durchschnittswert in der Gesamtbevölkerung. Betrachtet man alle Menschen in Marokko so können ca. 32% nicht oder nicht ausreichend lesen und schreiben.

Frauen und Mädchen stärker betroffen als Jungen und Männer.

Noch immer wirkt sich die noch fehlende Gleichstellung zwischen Frauen und Männern bzw. Mädchen und Jungen aus. Nicht nur im Alltag oder im Familienleben, sondern auch bzgl. des Zugangs zur Bildung. Mädchen und junge Frauen sind mehr als doppelt so häufig von Analphabetismus betroffen, als ihre männlichen Altersgenossen. Bei den jungen Frauen und Mädchen unter 24 Jahren können 14,8% nicht lesen und schreiben, während es bei den gleichaltrigen jungen Männern und Jungs 7,2% sind.

Deutliche Unterschiede zwischen Städten und ländlichen Gebieten

Wenig überraschend ist, dass es erhebliche Unterschiede zwischen den Gegebenheiten in Städten und den ländlichen Gebiete gibt. Während die Analphabetenrate in der Stadt bei 4,6% liegt, so ist sie auf dem Land um ein vielfaches höher und erreicht 20%. Auch verringert sich in Städten der Abstand zwischen den Geschlechtern um ganze 2,8%-Punkte. Hier ist ursächlich der Zugang zu Bildungseinrichtungen. In den Städten gibt es auf engem Raum eine bessere Bildungsinfrastruktur als auf dem Land. Der Weg zur Schule ist deutlich kürzer, die wirtschaftlichen Voraussetzungen besser und auch die soziale Ächtung der Eltern, wenn ihre Kinder nicht zur Schule gehen, größer. Auf dem Land sieht es gänzlich anders aus. Meist ist der Weg zur Schule lang und schwierig, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwieriger und die Akzeptanz, dass ein Mädchen oder eine junge Frau keine Bildung genießt oder genossen hat, größer. Wie wichtig die Region für die Bildungschancen ist, zeigt sich daran, dass die Analphabetenrate in den wirtschaftlich straken Regionen deutlich geringer ist. In der seit Jahrzehnten stark geförderten und an rohstoffreichen Region Laayoune-Sakia El Hamra liegt die Rate bei gerade mal 4,0%. In der sehr wenig entwickelten Region Beni Mellal, Khenifra liegt sie bei 13,3%.

Empfohlener Artikel