Algerien – Abfackeln von Gas bei der Rohölförderung belastet die Umwelt

Umweltbelastung entsprich ca. 100 Mio. Autos jährlich.

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Erdgas
Abfackeln von Erdgas belastet die Umwelt und vernichtet Wohlstand

Laut Weltbank drei afrikanische Länder unter den Top 10 bei dieser Praxis – darunter Algerien und Libyen

Washington – Trotz Versorgungskrise und steigenden Preisen fackeln weiterhin Ölförderländer Erdgas ab. Drei afrikanische Staaten befinden sich unter den Top 10 der Länder mit hohen Emissionen aus dieser Praxis, so die Weltbank in einem Bericht.

Die Weltbank geht davon aus, dass diese Praxis zu Verlusten von vielen Milliarden US-Dollar pro Jahr und einer ökologischen Katastrophe führt. Dem aktuellen Bericht der Weltbank über das weltweite Abfackeln von Gas zufolge wurden im vergangenen Jahr 144 Milliarden Kubikmeter Gas in Öl- und Gasanlagen abgefackelt. Dies entspräche dem jährlichen Gasverbrauch von Deutschland und Frankreich zusammen, so die Institution weiter.

Nach Angaben der Weltbank sind 10 Länder für 75 % des gesamten abgefackelten Gases in der Welt verantwortlich. Dazu gehören drei afrikanische Länder. Namentlich werden Algerien, Nigeria und Libyen genannt. Diese drei Länder haben im Jahr 2021 das Äquivalent von 8,16 Milliarden, 6,63 Milliarden bzw. 5,97 Milliarden Kubikmetern Gas abgefackelt und damit buchstäblich in Rauch und zu Umweltbelastendem CO2 aufgehen lassen.

Umweltbelastung entsprich ca. 100 Mio. Autos jährlich.

Abgesehen von den beträchtlichen Einnahmeverlusten, da das abgefackelte Gas grundsätzlich für industrielle Zwecke wiederverwendet oder exportiert werden könnte, ist das Abfackeln umweltschädlich und es geht Energie verloren. Er ist eine große Verschmutzungsquelle, die im Jahr 2021 zu Emissionen von fast 400 Millionen Tonnen Kohlenstoffäquivalent geführt habe, was den Emissionen von etwa 100 Millionen Autos entspricht, so die Weltbank in ihrem Bericht. Neben dem Abfackeln geben die Ölproduzenten das Gas manchmal auch in die Atmosphäre ab, ohne es zu verbrennen.

Weltbank empfiehlt Abkehr.

Im Rahmen des weltweiten Kampfes gegen Treibhausgasemissionen wird zunehmend empfohlen, das Abfackeln zu beenden. Einige Länder haben in diesem Bereich gute Arbeit geleistet und die Kohlenwasserstoffproduktion schrittweise eingestellt. Dies ist in den Vereinigten Staaten der Fall, wo es in den letzten zehn Jahren gelungen ist, die Menge des abgefackelten Gases pro gefördertem Barrel Öl um 46 % zu reduzieren. Dies gilt auch für Kasachstan, das seine abgefackelte Gasmenge zwischen 2012 und 2021 von 4 auf 1,5 Mrd. m3 reduziert hat.

Russland hat mit 25,41 Mrd. Kubikmetern weltweit das meiste abgefackelte Gas, vor dem Irak (17,80 Mrd. Kubikmeter), dem Iran (17,37 Mrd. Kubikmeter), den Vereinigten Staaten (8,78 Mrd. Kubikmeter) und Venezuela (8,2 Milliarden m3). Es folgen Algerien (8,16 Milliarden m3), Nigeria (6,63 Milliarden m3), Mexiko (6,63 Milliarden m3), Libyen (5,97 Milliarden m3) und China (2,49 Milliarden m3).

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