Algerien – COVID-19 Impfkampagne läuft nicht an.

Marokko und Tunesien deutlich weiter.

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Impfstoff
Warten auf COVID-19 Impfstoff

Keine verlässlichen Informationen zu Impfstoffen und Impfungen. Algerien gehört zu den Schlusslichtern im weltweiten Vergleich.

Algier – Auch in Afrikas größtem Flächenland müssen sich die Menschen weiterhin vor dem Coronavirus SARS-COV 2 schützen.

Algerien habe mit Stand 28. März 2021 86 neue bestätigte Fälle von Coronavirus – Infektionen, 74 COVID-19 Genesungen und 3 Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie in den letzten 24 Stunden registriert, sagte das Ministerium für Gesundheit, Bevölkerung und Krankenhausreform am Sonntag in einer Erklärung.

Die Gesamtzahl der bestätigten Coronavirus-Fälle seit Ausbruch der Pandemie belaufe sich auf 116.836 und die Zahl der Todesfälle erreicht 3.080 Opfer, während die Zahl der geheilten COVID-19 Patienten auf 91.267 Fälle gestiegen sei.

Coronavirus
llustrée par Algérie Presse Service, Source : Comité scientifique de suivi de l’évolution de la pandémie du Coronavirus

Gerade mal 0,17 % der Bevölkerung geimpft.

Die algerischen Behörden hatten erklärt, mindestens 70 % der Bevölkerung zu impfen, was der gängigen internationalen Einschätzung entspricht. Um diesen Prozentsatz zu erreichen, sind rein rechnerisch und unter der Annahme, dass ein Impfstoff zum Einsatz kommt, der seine Wirkung bereits durch eine Injektion entfaltet, ca. 30 Millionen Dosen an COVID-19 Impfstoffen nötigt (bei einer Bevölkerung von 42,23 Mio. laut Weltbank Stand 2018). Andernfalls werden sogar ca. 60 Millionen Dosen nötigt.
Dieses Ziel scheint jedoch derzeit unerreichbar zu sein. Tatsächlich konnte Algerien, zwei Monate nach dem offiziellen Beginn der Impfkampagne und aufgrund eines Mangels an Impfstoffen, nur 0,17 % seiner Bevölkerung impfen.

Warten auf Impfstoffe

Algerien gehört damit im weltweiten Vergleich zu den Schlusslichtern. Dies, obwohl die Behörden wiederholt, die Ankunft neuer Impfdosen in ausreichender Zahl angekündigt haben. Sie hatten angekündigt, dass 1,8 Millionen Dosen aus dem UNO-Covax Programm (hauptsächlich AstraZeneca) im Februar geliefert werden sollten, zusätzlich zu dem russischen Sputnik V Impfstoff. Doch bisher ist kaum etwas im Land eingetroffen und die Behörden hüllen sich in Schweigen. Die letzten Lieferungen stammten aus dem Januar 2021.

Impfstoff
Quelle APS – Russischer COVID-19 Impfstoff

Marokko und Tunesien deutlich weiter.

Auch im Vergleich zu den beiden maghrebinischen Nachbarländern steht das an fossilen Rohstoffen eigentlich reiche Land nicht gut da. Das Nachbarland Tunesien hat inzwischen 0,33 % seiner Bevölkerung geimpft (Stand 26. März 2021). Noch viel deutlicher ist der Abstand zum westlichen Rivalen Marokko. Das nordafrikanische Königreich kämpft gegen wesentlich höhere Infektionszahlen und treibt mit hohem Tempo seine Impfkampagne voran. Marokko gehört, bezogen auf seine Bevölkerung, zu den TOP 10 Ländern der Welt, wenn es, um die Umsetzung einer COVID-19 Impfkampagne geht. Mit Stand 26. März 2021 wurden 20,39 % der Bevölkerung mindesten einmal geimpft. Durch den inzwischen immer knapper werden Impfstoff sind Lieferketten unterbrochen und auch Marokko wurde ausgebremst. Die Behörden kündigten aber an, dass bereits Anfang April neue Lieferungen erwartet werden.

Impfkampagne
Quelle Our World in Data – COVID-19 Impfkampagne Vergleich Algerien-Marokko-Tunesien-Deutschland – Stand 26.03.2021
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