Algerien – Demonstrationen zum 2. Hirak Jahrestag

Wiederholt aufkommende Proteste trotz Versammlungsverbot.

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Demonstrationen
Demonstrationen in Algerien

Demonstranten erinnern an Hirak – Protestbewegung von 2019 und kündigten Wiederaufnahme der Proteste nach dem Ende der Coronavirus – Pandemie an.

Algier – Nach nicht offiziell bestätigten Angaben, marschierten tausende von Menschen am gestrigen Dienstag (16. Februar 2021) unter anderem durch die Straßen der Stadt Kherrata in der Wilaya von Bejaia (300 km östlich von Algier), um den zweiten Jahrestag des sog. Hirak zu feiern, der Anti-Regime-Protestbewegung, die Anfang 2019 Präsident Abdelaziz Bouteflika nach 20 Jahren Herrschaft zum Machtverzicht gedrängt hatte. An diesem Jahrestag nahmen auch einige Vertreter der Opposition an den Märchen teil, darunter der Präsidenten des Rats für Kultur und Demokratie (Rassemblement pour la Culture et de Démocratie, RCD), Mohcine Belabbas oder die Präsidentin der Union für Wandel und Fortschritt (Union for Change and Progress, UCP), Zoubida Assoul.

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Teilnehmer aus ganz Algerien kündigen Wiederaufnahme der Proteste an.

Postings in den sozialen Medien legen nahe, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Algerien zusammenkamen, um an die Bewegung in dieser Stadt, die zur Wiege des Hirak geworden ist, zu erinnern. Die Demonstranten forderten die „Erfüllung aller Forderungen von ‚Hirak‘, um einen Regimewechsel herbeizuführen. Die Demonstranten griffen die bekannten Hirak-Aussagen auf, als sie den Hauptboulevard der Stadt entlang zogen, und forderten immer wieder einen „tiefgreifenden Wandel“ und den „Abgang des gesamten Systems“.
Die Demonstranten forderten auch die Freilassung von Hirak-Häftlingen und schwenkten Porträts von Khaled Drareni, Brahim Laalemi und Rachid Nekkaz. Einige Demonstranten machten darauf aufmerksam, dass die Protestbewegung lediglich aufgrund der Coronavirus Pandemie ruht. Sobald diese überstanden ist, werde man wieder auf die Straßen gehen.

Wiederholt aufkommende Proteste trotz Versammlungsverbot.

Aufgrund der Coronavirus – Pandemie gilt derzeit in Algerien ein allgemeines Versammlungsverbot. Das hielt die gestrigen Teilnehmer nicht davon ab, auf die Straße zu gehen. In jüngster Zeit haben in mehreren algerischen Regionen, insbesondere in Algier, Jijel, Laghouat und der Kabylei, trotz des Demonstrationsverbots Märsche und Kundgebungen stattgefunden, um die anhaltenden Missstände anzuprangern und um Würde sowie die Errichtung eines demokratischen Regimes zu fordern. Bisher sind keine Berichte bekannt, dass die zahlreich aufgebotenen Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten vorgegangen sind. Ob dies noch im Nachgang passieren wird, kann nicht ausgeschlossen werden. Alles blieb zumindest am gestrigen Dienstag friedlich.
Wie sich solche Massenkundgebungen und Protestmärsche auf die Verbreitung des Coronavirus auswirken, wird sich erst in einigen Tagen zeigen.

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