Algerien – Mehr Meerwasserentsalzung – Baubeginn von fünf neuen Anlagen steht bevor.

Abhängigkeit von Staudämmen und Grundwasser soll verringert werden.

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Regierung will gegen Wassermangel mit Investitionen in neue Entsalzungsanlagen ankämpfen.

Algier – Der Minister für Energie und Bergbau, Mohamed Arkab, gab am vergangenen Samstag in Tipasa bekannt, dass mit dem Bau von fünf Entsalzungsanlagen für Meerwasser mit einer Produktionskapazität von jeweils 300.000 m3 Wasser pro Tag begonnen wird.

Die algerische Energiegesellschaft (AEC), die zur Sonatrach-Gruppe gehört, wird mit dem Bau der fünf Meerwasserentsalzungsanlagen „in der zweiten Jahreshälfte 2022, vor dem Beginn des Projekts Fouka 2″ beginnen. Diese Anlagen haben eine Produktionskapazität von 300.000 m3″, erklärte Arkab gegenüber der Presse und der staatlichen Nachrichtenagentur APS. Geplante Fertigstellung sei Mai 2023.

Der Minister kündigte an, dass die anderen Projekte in Oran, Boumerdès, El Tarf und Béjaïa in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres beginnen werden.

Minister Mohamed Arkab versicherte, dass das algerische Energieunternehmen Algerian Energy Company derzeit die letzten Vorbereitungen trifft, um mit den Arbeiten an diesen fünf „Megaprojekten von strategischer Bedeutung für das Land“ zu beginnen.

Meerwasserentsalzung soll Versorgungssicherheit stärken.

Bei seinem Besuch in Tipas wurde Minister Arkab von seinem Kabinettskollegen, Minister für Wasserressourcen und Wassersicherheit, Karim Hasni, begleitet. Nach Angaben von Ministers Hasni werden die derzeit verfügbaren Wasserressourcen ausreichen, um die Wasserversorgung im ganzen Land sicherzustellen. Dies ist vor allem auf die reichlichen Niederschläge zurückzuführen, die zusammen mit den von den Entsalzungsanlagen produzierten Wassermengen für einen entspannten Sommer sorgen würden.

„Algerien hat eine Strategie für den Bau von Meerwasserentsalzungsanlagen verabschiedet, um die Wasserversorgung zu sichern und seine Selbstversorgung mit Wasser aus Talsperren zu gewährleisten“, fügte der Minister hinzu und stellte fest, dass diese fünf zukünftigen Anlagen die Kapazitäten zur Bereitstellung von entsalztem Meerwasser auf 42% erhöhen werden, gegenüber derzeit nur 17%.

Minister Hasni berichtete auch von Plänen, diese 42%-Quote in Zukunft durch ein zweites zusätzliches Projekt zum Bau von sechs weiteren Anlagen auf 60% zu erhöhen.

Abhängigkeit von Staudämmen und Grundwasser soll verringert werden.

Algerien hat derzeit 14 Entsalzungsanlagen in Betrieb. Diese Zahl wird sich voraussichtlich auf 19 erhöhen, sobald die geplanten Projekte in Betrieb genommen werden können. Die Inbetriebnahme von sechs weiteren Anlagen wird die Abhängigkeit von Staudämmen und Grundwasser deutlich verringern.

Die Regierungsmitglieder weihten auch eine Monoblock-Meerwasserentsalzungsanlage in Bou Ismail mit einer Produktionskapazität von 10.000 m3/Jahr ein.  Die Anlage wurde zuvor saniert und die Produktion von 5.000 m3/Tag auf 10.000 m3/Tag verdoppelt.

Während des Besuchs der Entsalzungsanlage in Fouka einigte sich die Ministerdelegation auch darauf, der Wilaya Tipasa in diesem Sommer ein zusätzliches Kontingent von 4.000 m3 zuzuteilen, wodurch fast 207.000 m3 Wasser bereitgestellt werden, was dem täglichen Bedarf der Wilaya, dessen Menge auf 245.000 m3 Wasser geschätzt wird, nahezu entspricht.

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