Algerien – Mutmaßliche Lieferung von LNG an Israel

Die Schweiz als Drehkreuz um Gaslieferungen an Israel zu verschleiern.

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LNG
Tanker für LNG und LNP

Staatskonzern Sonatrach soll sein Londoner Büro genutzt haben, um über einen Schweizer Vermittler Flüssigerdgas an israelische Kunden zu verkaufen.

Algier / London – Macht das nordafrikanische Land Algerien mit Israel Geschäfte? In einem Artikel vom 31. Mai 2022 berichtete Algérie Part von Flüssiggaslieferungen des algerischen Staatskonzerns Sonatrack über Umwege an Israel, offiziell ein Feind, der mit dem Rivalen Marokko kollaboriert, um Algerien zu destabilisieren. Dabei soll Sonatrack von seinem Londoner Büro und über einen Schweizer Rohstoffhändler die Lieferungen von LNG durchgeführt haben.

Die Sonatrach Pétrolier Corporation (SPC), eine in London ansässige Tochtergesellschaft von Sonatrach, soll ein offizielles Mandat erhalten haben, um einen neuen Vertrag über den Verkauf von 200 Tausend Tonnen verflüssigtem Erdgas (LNG) mit dem Schweizer Unternehmen VITOL auszuhandeln.

Die Schweiz als Drehkreuz um Gaslieferungen an Israel zu verschleiern.

Der finanzielle Wert dieses neuen Vertrags wird auf mehr als 200 Millionen USD geschätzt, da der Preis für eine Tonne Flüssiggas auf dem Weltmarkt derzeit bei 1600 USD liegt, während der Durchschnittspreis für 2021 bei 1000 USD pro Tonne gelegen habe, so Algérie Part weiter. Nach dem Bericht habe VITOL Schiffe gechartert, um das algerische Flüssiggas nach Israel zu transportieren und die Eilat Ashkelon Pipeline Company (EAPC) zu beliefern.

Dieses israelische Unternehmen betreibt mehrere Pipelines für Rohöl und raffinierte Ölprodukte in Israel, darunter die Ellat-Aschkelon-Pipeline, die Rohöl durch Südisrael zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer transportiert. EAPC betreibt außerdem zwei Offshore-Ölterminals und verfügt über Öllager im ganzen Land. Das EAPC hat seinen Sitz in Aschkelon, einer israelischen Stadt an der Mittelmeerküste, unweit des nördlichen Gazastreifens und 54 km südlich von Tel Aviv.

Umweg über Griechenland soll wahres Ziel der LNG-Schiffe verbergen helfen.

Im Hafen von Aschkelon wurden 2021 mehrere Boote und Schiffe mit algerischem Flüssigerdgas umgeschlagen. Die Schiffe fahren von Algerien nach Aschkelon in Israel über einen Zwischenstopp im Mittelmeer, meist an der griechischen Küste. Dies soll die direkte Verbindung zwischen Algerien und Israel verschleiern helfen.

Auf diese Weise verkauft die Londoner Sonatrach-Tochter das algerische Flüssigerdgas an den Schweizer Zwischenhändler, der es dann an seinen israelischen Kunden liefert.

Sonatrach versucht, seine geheimen Transaktionen mit israelischen Händlern zu verbergen, um sich an das heilige Dogma der algerischen Führung zu halten, das jegliche Normalisierung der wirtschaftlichen oder politischen Beziehungen zu Israel verbietet, berichtete Algerie Part abschließend.

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