Algerien – Weiteres Opfer der Cholera bestätigt.

Nachbarstaaten erhöhen Sicherheitsvorkehrungen.

Gesundheitsminister
Quelle APS: Algerischer Gesundheitsminister Mokhtar Hasbellaoui

Zahl der Cholera – Patienten steigt weiter an. Behörden versprechen Ausrottung der Cholera binnen drei Tagen.

Algier – Die algerischen Behörden haben bestätigt, dass die am 07. August diesen Jahres ausgebrochene Cholera, ein weiteres Todesopfer gefordert hat. Nach Angaben der Zeitung Alarabiya handelt es sich bei dem zweiten Todesopfer um eine 77-jährige Frau. Die Frau starb am Freitagabend. Dies bestätigte der Generaldirektor der Abteilung für Infektionskrankheiten im algerischen Gesundheitsministerium, Jamal Furar, in einer Pressekonferenz. Die Pressekonferenz fand im Anschluss an einer Krisensitzung von Beamten mehrere Ministerien am letzten Samstag statt.

Zahl möglicher Infektionen steigt auf 139 – Ausrottung der Cholera binnen drei Tagen.

Mittlerweile hat sich auch die Anzahl der eindeutig an Cholera erkrankten auf 45 erhöht. Von diesen 45 Erkrankten haben, nach Angaben des Leiters der Infektionsabteilung im Krankenhaus Boufarik, bereits 31 Personen die Klinik wieder verlassen können. Insgesamt gibt es 139 Verdachtsfälle. Von diesen 139 möglicherweise Betroffenen werden aktuell noch 97 Personen in Isolierstationen in Krankenhäusern der algerischen Hauptstadt behandelt. Die Cholera hat sich bereits auf vier Gebiete ausgebreitet. Betroffen sind neben der Hauptstadt Algier (11 Fälle) auch Tipasa (18 Fälle), Blida (98 Fälle) und Khimiss Milian (Ain Defla) mit 2 Fällen. Beide Todesopfer stammten nach Behördenangaben aus Blida. Wie die algerische Presseagentur (APS) meldet, geht der Gesundheitsminister Mokhtar Hasbellaoui davon aus, dass man binnen drei Werktagen (ab Sonntag) die Seuche ausgerottet haben wird.

Unsicherheit in der Bevölkerung steigt.

Angesichts der noch immer um sich greifenden Cholera, steigen die Sorgen und die Unsicherheit in der Bevölkerung. Die Algerierinnen und Algerier sind verunsichert, ob sie sich gegen eine Infektion schützen können, da noch immer der Auslöser des Erregers und der Verbreitungsweg ungeklärt bzw. unveröffentlicht sind. Das algerische Gesundheitsministerium hat lediglich von kontaminierten Lebensmitteln gesprochen. Wie diese Lebensmittel aber in vier Regionen die Cholera auslösen konnten, ist weiterhin unklar. Da die Cholera weitere Opfer und Erkrankte fordert, scheinen die kontaminierten Lebensmittel eventuell noch im Umlauf zu sein. Auch die Ansteckungsgefahr von Mensch zu Mensch ist bedingt durch die Behörden kontrollierbar. Zunehmend wird Kritik an der Leistungsfähigkeit der Behörden und des Gesundheitssystems laut. Auch die Ankündigung des Gesundheitsministers Mokhtar Hasbellaoui wird mit Skepsis betrachtet.

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Nachbarstaaten erhöhen Sicherheitsvorkehrungen.

Die Cholera in Algerien hat auch Besorgnis bei den direkten Nachbarstaaten Marokko und Tunesien ausgelöst. Die Behörden in beiden Ländern haben vorsorglich die medizinischen Einrichtungen zu mehr Wachsamkeit bei Magen-Darm-Erkrankungen aufgefordert. Beide Länder haben Präventivmaßnahmen angekündigt, ohne diese genauer zu spezifizieren. Insbesondere Tunesien beobachtet die Lage im Nachbarland aufmerksam, da für zahlreiche Algerier Tunesien ein beliebtes Land für Reisen oder grenznahe Einkäufe ist. Die Grenze zwischen Algerien und Marokko ist seit Jahren geschlossen, so dass der Personenverkehr stark eingeschränkt ist. Es herrscht aber ein reger Schmuggel und die von der Seuche betroffenen Regionen sind unweit der gemeinsamen Grenze.

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