Ausschreitungen zwischen Sub-Sahara-Flüchtlingen und Marokkanern in Casablanca

Massiver Einsatz von Polizei und Feuerwehr nötig.

Flüchtlingslager
Ausschreitungen - Wildes Flüchtlingslage in Casablanca niedergebrannt. Quelle: HS24info

Parkanlage und wildes Flüchtlingslager in der Nähe des Busbahnhofs niedergebrannt.

Casablanca – Am gestrigen Freitagabend, den 24. November 2017, kam es in Casablanca zu gewalttätigen Ausschreitungen. Dabei kam es zu Schlägereien zwischen Sub-Sahara-Flüchtlingen und marokkanischen Jugendlichen. Die Flüchtlinge kampierten in einem wilden Flüchtlingslager im Stadtteil „Derb El Kabir“ in einem kleinen Park (Grünanlage) nahe des Busbahnhofs Ouled Ziane. Mit Bezug zu den Ausschreitungen ist das Flüchtlingslager im Park niedergebrannt.

Flüchtlingslage vollständig niedergebrannt.

Die genauen Hintergründe der Zusammenstöße sind nicht ganz klar. Nach Angaben von H24info, sollen die Flüchtlinge eine junge Frau aus dem Stadtteil belästigt haben. Dies behauptet ein von H24info kontaktierter Zeuge. Die junge Frau hätte sich über die Geschehnisse bei den Bewohnern ihres Stadtteils Derb El Kabir beklagt. Daraufhin hätte sich eine Art Strafexpedition zusammengetan und ist zu dem Kampf aufgebrochen. Im Zuge der Auseinandersetzung flogen Steine aus beiden Lagern. Durch die Steinwürfe und Kämpfe kamen unbeteiligte Passanten sowie parkende Fahrzeuge zu schaden.

Laut einer anderen Quelle, die von der marokkanischen Nachrichten-Website Hespress zitiert wurde, kam es zu Zusammenstößen, nachdem eine Gruppe von Migranten aus der Subsahara-Region im besagten Park, ein Feuer verursacht hatte. Sie wollten auf ihre schwierige Lage hinweisen und gegen die Anfeindungen von Passanten protestieren.

Massiver Einsatz von Polizei und Feuerwehr nötig.

Es war ein massiver Einsatz der Polizei nötig um die beiden Kampfgruppen voneinander zu trennen. Die Feuerwehr versuchte den Brand zu löschen. Die Ermittlungen zu den Hintergründen laufen noch. Die Feuerwehr konnte eine Ausbreitung der Flammen auf benachbarte Gebäude verhindern.

Flüchtlinge kampieren unter schwierigen Bedingungen.

Im September hatte H24Info bereits über das wilde Flüchtlingslager in der Nähe des Busbahnhofs von Casablanca berichtet. Die Flüchtlinge aus der Sub-Sahara-Region warten auf eine Möglichkeit zur Weiterreise nach Europa. Sie kampieren ungeschützt unter freiem Himmel und unter schwierigen sanitären Umständen. Durch die Abkommen mit Europa hat Marokko die Grenzen für Flüchtlinge auf dem Weg nach Norden geschlossen. Für die Flüchtlinge ist es auch in Marokko nicht einfach. meist dürfen sie weder Arbeiten, noch können sie von der Regierung nennenswerte Unterstützung erwarten.

 

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