Berufungsgericht verkündet Urteil im Todesfall Mouhcine Fikri

Urteil im Todesfall Mouhcine Fikri

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Freiheitsstrafen, Geldbusen und Freisprüche für Beschuldigte Beamte im Fall Mouhcine Fikri

Rabat – Sieben Monate nach dem tragischen Tod von Mouhcine Fikri hat das zweite Berufungsgericht der Strafkammer von Al Hoceima seine Urteile gesprochen. In einem mit Spannung verfolgten Verfahren, galt es der Frage nachzugehen, wer und in welchem Umfang, Verantwortung für den tragischen Tod des Fischhändlers trägt. Mouhcine Fikrik war ein 32 jähriger Fischhändler in der Hafenstadt Al Hoceima, der bei einer Kontrolle der Fischereibehörde in einem Mülltransporter zerquetscht wurde. Er versuchte seinen beschlagnahmten Fisch aus der Müllpresse zu retten und sprang in den hinteren Teil des Mülltransporters. Gleichzeitig startete der Fahrer des Mülltransporters die Presse. Mouhcine Fikri schaffte es nicht mehr rechtzeitig aus dem Transporter und wurde tödlich verletzt – maghreb–post berichtete. Sein Tod löste eine landesweite Protestwelle gegen Behördenwillkür aus. In die Ereignisse im Oktober letzten Jahres schaltete sich, neben dem damaligen Innenminister Hassad, auch König Mohammed VI. direkt ein. Dennoch beruhigte sich die Lage in Al Hoceima bis heute nicht vollständig.

Acht Monate Haft wegen gefälschter Berichte.

Wie moroccoworldnews berichtet wurden der verantwortliche Beamte bei der Kontrolle der Fischereibehörde vor Ort, der Leiter der Fischereibehörde sowie ein hoher Kommissar der Seefahrtbehörde zu jeweils acht Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Allerdings nicht wegen des Todes von Fikri, sondern wegen des Fälschens des Berichts zu den Ereignissen rund um Mouhsin Fikri.

Haft, Geldstrafe und Schadenersatz

Das Gericht verurteilte auch den Fahrer des Mülltransporters wegen des Betätigen der Presse ohne geprüft zu haben, dass alle Personen den Mülltransporter auch wieder verlassen haben. Auch ein Mitarbeiter der Hafenbehörde, die für die Überwachung der Fischerboote und deren gefangene Fische zuständig ist, wurde verurteilt, weil er bei der Kontrolle von Fikri anwesend war und den Auftrag zur Betätigung der Müllpresse gegeben hatte. Alle bekamen fünf Monate Freiheitsstrafe wegen Todschlags. Der Fahrer muss zusätzlich eine Geldstrafe von 500 MAD zahlen. Der Mitarbeiter der Hafenbehörde und Kontrolleur wurde zu 33.000 MAD Entschädigungszahlung an die Hinterbliebenen des Opfers verurteilt. Alle anderen Beschuldigten wurden freigesprochen. Damit folgte das Gericht überwiegend den Anträgen der Staatsanwalt und einem Bericht der Untersuchungskommission, der seit Dezember vorlag.