Maghreb – CIA und BND hörten maghrebinische und andere Staaten ab.

18 afrikanische Staaten waren Kunden der Crypto AG und damit der CIA und BND.

1986
CIA
Aufgedeckter Abhörskandal - CIA und BND hörten auch Länder des Maghrebs ab.

Manipulierte Verschlüsselungsgeräte erlaubten Deutschland und der USA Überwachung von geheimer Kommunikation.

Berlin/Washington – Jahrzehntelang haben Deutschland und die USA 120 Länder auf der ganzen Welt gemeinsam ausspioniert, darunter auch die Maghreb – Statten (Algerien, Marokko, Libyen). Dies deckte eine gemeinsame Recherche des deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ZDF und die US-Amerikanische Washington Post auf. Danach kooperierten der deutsche Bundesnachrichtendienst BND und der amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA eng miteinander. Wie die Recherchen des ZDFs und der Washington Post zeigen, kauften sich die beiden Geheimdienste bei dem Schweizer Weltmarktführer für Verschlüsselungstechnik, Crypto AG, ein. Dazu tat man sich nach jetzigen Erkenntnissen mit der deutschen Siemens AG zusammen, die sich mutmaßlich im Auftrag des BND und der CIA als Hauptanteilseigner bei der Crypto AG einkaufte. Die Crypto AG verkaufte weltweit technische Geräte, die durch Verschlüsselung für eine abhörsichere Kommunikation sorgen sollten. Doch durch gezielte Manipulationen konnten die beiden Geheimdienste alles mitverfolgen.

18 afrikanische Staaten waren Kunden der Crypto AG und damit der CIA und BND.

Zu den Kunden gehörten unter anderem der Iran, Saudi-Arabien, mehrere Militärdiktaturen in Lateinamerika, aber auch der Vatikan und die maghrebinischen Länder Algerien, Marokko, Mauretanien und Libyen. Das Königreich sowie alle anderen Maghreb-Länder gehören zu den 18 afrikanischen Mandanten der in Zug (Schweiz) ansässigen Firma. „Es war der Geheimdienst-Coup des Jahrhunderts“, beschreibt ein geheimer CIA-Bericht, zu dem die Washington Post vollen Zugang hatte und von dem sie einige Auszüge veröffentlichte, die Aktion. In einem Beitrag des ZDF werden das Ausmaß und die Folgen der globalen Abhöraktion beschrieben. So haben die USA die Informationen genutzt, um Militärschläge gegen Libyen zu rechtfertigen. Welcher Schaden z.B. Marokko oder Algerien erlitten haben, ist unklar und es ist unklar, ob Informationen auch weitergegeben wurden, um z.B. Konfliktparteien gegeneinander auszuspielen. Von marokkanischer Seite gab es z.B. noch keine Reaktion.

Betroffene Staaten verschafften der Crypto AG hohe Gewinne.

Intern wurde die Operation zunächst „Thesaurus“, dann „Rubicon“ genannt. Neben dem Effekt des ungehinderten Zugangs zur Kommunikation von Freund und Feind, machte die Crypto AG auch enorme Gewinne. Die ausspionierten Staaten zahlten, im Vertrauen bei einer Firma aus einem neutralen Land gekauft zu haben, Millionenbeträge. Nach Angaben des ZDF flossen die Gewinne in den Haushalt des BND und der CIA ohne Kontrolle der Parlamente. Die Aktion begann bereits 1970. Der BND stieg 1993 aus. Die CIA verkaufte ihre Anteile an der Crypto AG erst 2018.

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