Maghreb – EU will Ausstellungsverfahren für Schengen Visa digitalisieren.

Der Vorschlag der EU-Kommission sieht mehrere Teile vor.

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Visum
Vergabe von Visa

Gesamter Antrags- wie Vergabeprozess soll bis 2025 vereinfacht und überwiegend digitalisiert sein.

Brüssel – Der neue Pakt für Migration und Asyl, den die Europäische Kommission im September 2020 vorlegte, sieht eine vollständige Digitalisierung des Visumverfahrens bis 2025 vor.

Die Kommission schlug am 27. April 2022 vor, das Ausstellungsverfahren für Schengen-Visa zu digitalisieren, indem sie die Visummarke abschafft und die Möglichkeit bietet, Visumanträge online über die eigens dafür entwickelte EU-Plattform einzureichen.

Für die EU-Institution zielt diese Maßnahme auf eine wirksame Verbesserung des Visumsverfahrens ab, da sie zu einer Verringerung der Kosten und des Aufwands für die Mitgliedstaaten und die Antragsteller führen und gleichzeitig die Sicherheit des Schengen-Raums erhöhen würde.

„Heute führen wir die EU-Visapolitik in das digitale Zeitalter ein. Einige Mitgliedstaaten haben sich bereits für den digitalen Weg entschieden, aber es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Schengen-Länder gemeinsam auf diesem Weg voranschreiten“, sagte Herr Margaritis Schinas, Vizepräsident und zuständig für die Förderung des europäischen Lebensstils.

„Im digitalen Zeitalter ist die Beantragung eines Visums immer noch ein schwerfälliges, papierbasiertes Verfahren, bei dem die Antragsteller ihren Reisepass vorlegen und zusammen mit dem Visum wieder abholen müssen, wodurch sich die Kosten sowohl für die Reisenden als auch für die Mitgliedstaaten vervielfachen“, erklärte die Kommission.

Der Vorschlag der EU-Kommission sieht Folgendes vor:

  • Visumantragsteller werden ihre Anträge online über eine einzige EU-Plattform stellen können, einschließlich der Zahlung der Visumgebühr, unabhängig davon, in welches Land des Schengenraums sie reisen möchten.
  • Die Plattform wird automatisch feststellen, welches Schengen-Land für die Prüfung eines bestimmten Antrags zuständig ist, insbesondere wenn der Antragsteller plant, in mehr als eines dieser Länder zu reisen.
  • Die Plattform wird den Antragstellern aktuelle Informationen über kurzfristige Schengen-Visa sowie alle notwendigen Informationen über die Anforderungen und Verfahren (einschließlich der Belege, der Visumgebühren und der Notwendigkeit, einen Termin für die Erfassung der biometrischen Identifikatoren zu vereinbaren) zur Verfügung stellen.
  • Die Pflicht zur persönlichen Vorsprache im Konsulat würde nur für Personen gelten, die zum ersten Mal ein Visum zur Erfassung der biometrischen Identifikatoren beantragen, oder für Antragsteller, deren biometrische Identifikatoren nicht mehr gültig sind oder die über ein neues Reisedokument verfügen.

Die Sicherheitsmerkmale des Visums werden sich auf die modernsten Techniken stützen und daher robuster sein als die der derzeitigen Visummarke.

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