Maghreb – Rund 52 Mio. Menschen von Hunger und Ernährungsunsicherheit betroffen.

Ursachen für Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung sind vielfältig.

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Kinder in schwieriger Lebenssituation

UNO – Bericht belegt Stagnation und Rückschritte im Kampf gegen Ernährungsunsicherheit und Hunger in Algerien, Marokko und Tunesien.

New York – Die für Ernährung und landwirtschaftliche Organisation zuständige Abteilung der UNO (FAO) untersucht in regelmäßigen Abständen die Ernährungssituation unter anderem in der MENA Region (Naher Osten und Nord Afrika). Insgesamt hat sich die Lage verschlechtert. Mehrere Millionen Menschen wissen nicht, ob sie sich weiterhin ausreichend ernähren können. Ebenfalls mehrere Millionen Menschen leiden explizit an Unterernährung und Hunger. Von Ernährungsunsicherheit spricht die FAO, wenn zwar die aktuelle Mahlzeit gesichert ist, die folgenden Mahlzeiten aber unsicher sind. Von Unterernährung spricht die UNO, wenn Menschen über einen Zeitraum von einen Jahr ihren Energiebedarf durch die ihnen zugängliche Nahrung nicht decken können.

Ursachen für Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung sind vielfältig.

Für die Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung ist ein Fehlen an sicherem Zugang zu ausreichenden Mengen an nahrhaften Lebensmitteln ursächlich, die für ein normales Wachstum und eine gewöhnliche Entwicklung sowie ein aktives und gesundes Leben benötigt werden.

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UNO Bericht zur Mangelernährung und Ernährungssicherheit 2018

Ernährungsunsicherheit kann aufgrund der Nichtverfügbarkeit von Lebensmitteln, unzureichender Kaufkraft, unzureichender Verteilung oder fehlenden Strukturen im engsten sozialen Umfeld entstehen. Hinzu kommt der Anstieg an Konfliktherden, wie im Irak, Libyen oder Mali bzw. Mauretanien sowie die Folgen des Klimawandels. Dem Bericht zufolge sind 52 Millionen Menschen in der Region des Nahen Ostens und Nordafrikas unterernährt, d.h. sie sind mit chronischem Nahrungsmangel konfrontiert. Diese Zahlen enthalten keine Daten aus Bahrain, Libyen, Katar, Palästina und Syrien, so dass die tatsächlichen Zahlen sogar noch viel höher sein können.

In Algerien verschlechtert sich die Lage wieder.

Algerien war lange sehr erfolgreich, bei der Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung im eigenen Land. Bei den letzten Messungen zeigte sich allerdings eine Stagnation bzw. ein leichter Anstieg. Binnen 10 Jahren sank zunächst der Wert von 2,9 Millionen auf 1,8 Millionen Betroffene im Messzeitraum 2013/2015, um wieder auf 1,9 Millionen Menschen anzusteigen. Diesen Wert ermittelte die UNO für den letzten Messzeitraum, auf den sich der Bericht bezieht.

Von Ernährungsunsicherheit sind 4,9 Millionen Menschen betroffen. Noch im Jahr 2004 lag der Wert bei 8,8 Millionen Betroffenen.

Für Marokko hat die FAO einen Anstieg der Unterernährung festgestellt.

Der aktuelle UNO – Bericht weist aus, dass 1,4 Millionen Marokkanerinnen und Marokkaner an Unterernährung im Messzeitraum gelitten haben. Das sind 100.000 Menschen mehr, als im vorherigen Vergleichszeitraum (1,3 Millionen 2014/2016). Weitere 5,7 Millionen Menschen waren von 2015 bis 2017 von teils schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen. Im vorherigen Messzeitraum waren es noch 5,1 Millionen Menschen. Der Anstieg der Zahlen wurde teilweise auf die schwere Dürre in Marokko im Jahr 2016 zurückgeführt, der schlimmsten seit 30 Jahren, die die Getreideproduktion im ganzen Land erheblich beeinträchtigte. Im Jahr 2004 lag der Wert für Unterernährung bei 1,7 Millionen Menschen.

Tunesien stagniert auf sehr gutem Niveau.

In Tunesien litten die Menschen im Vergleich zu Algerien und Marokko schon immer wenig an Unterernährung oder Hunger. Allerdings verbessert sich Tunesien hier auch nicht. Seit 2004 pendelt der Wert zwischen 0,5 und 0,6 Millionen Menschen.

In Tunesien waren ähnlich wie in Algerien 4,9 Millionen Bürgerinnen und Bürger von Ernährungsunsicherheit betroffen. Im Jahr 2004 lag der Wert bei 5,6 Millionen Menschen.

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