Maghreb – Weltfriedensindex – Friedenslage in der Welt verschlechtert sich.

Maghreb-Staaten in der unteren Hälfte des Index.

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Frieden
Frieden und Unfrieden in der Welt

Globaler Friedensindex 2022 veröffentlicht. Inflation, Nahrungsmittelknappheit und vor allem direkte Konflikte führten zu einer Verschlechterung der Lage.

Sidney – Laut dem „Institute for Economics & Peace (IEP)“, das gerade seinen sechzehnten Jahresbericht zum Weltfrieden veröffentlicht hat, nimmt der Weltfrieden weiter ab. In ihrem „Global Peace Index“ listet ein Ranking die friedlichsten bzw. unfriedlichsten Länder der Welt auf.

Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, die zunehmende Militarisierung der Welt, der Terrorismus, von dem 2021 über 70 Länder betroffen seien, die steigenden Preise, die zu einer zunehmenden Ernährungsunsicherheit führten, und die weltweite politische Instabilität. Dies alles sind Faktoren, die zur Verschlechterung des Friedens in der Welt beitragen. Dies hat negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Bis 2021 werden die wirtschaftlichen Auswirkungen von Gewalt auf 16,5 Billionen Dollar geschätzt, was 10,9 % des weltweiten BIP entspricht.

Das durchschnittliche BIP-Niveau hat sich im Jahr 2022 um 0,03 % verschlechtert. Insgesamt hat sich der Frieden in 90 Ländern verbessert und in 71 anderen verschlechtert. Allerdings sei die Verschlechterung des Friedens im Allgemeinen größer als die Verbesserung.

Friedlichstes Land Afrikas ist Mauritius

Auf dem afrikanischen Kontinent, der von Konflikten, Terrorismus und Ernährungsunsicherheit geplagt sei, habe sich der Frieden in vielen Ländern zunehmend verschlechtert. Das friedlichste Land auf dem afrikanischen Kontinent bleibt Mauritius, das mit einem Wert von 1,57 auf Platz 28 der friedlichsten Länder der Welt liegt.

Mauritius liegt vor Ghana, das mit einer Note von 1,759 um zwei Plätze auf Platz 40 der Weltrangliste zurückfiel, und Gambia, das mit einer Note von 1,792 um acht Plätze auf Platz 45 der Weltrangliste aufstieg. Botswana und Sierra Leone vervollständigen die fünf friedlichsten afrikanischen Länder, die mit Werten von 1,801 bzw. 1,803 auf Platz 48 und 50 der Welt liegen.

Weltkarte
Weltkarte

Umfangreiches Regelwerk zur Aufstellung einer weltweiten Rangliste

Zur Aufstellung der Rangliste stützt sich das IEP auf eine Reihe von 23 qualitativen bzw. quantitativen Indikatoren, die den Zustand des Friedens in jedem Land anhand von drei sog. Kernbereichen messen; laufende Konflikte (Pazifismus und Teilnahme an internationalen Konflikten oder nicht), Sicherheit (Kriminalitätsrate, Terrorismus, gewalttätige Demonstrationen usw.) und Militarisierung (Militärausgaben/BIP, Anzahl der Streitkräfte pro 100.000 Einwohner, Menge der importierten und exportierten konventionellen Waffen).

Jeder dieser Indikatoren wird mit einer Punktzahl bewertet. Je friedlicher ein Land ist, desto näher liegt die Punktzahl bei 1. Umgekehrt gilt: Je unfriedlicher oder gewalttätiger ein Land wahrgenommen wird, desto höher ist die Punktzahl

Maghreb-Staaten in der unteren Hälfte des Index.

Die Einschätzung des „Institute for Economics & Peace (IEP)“ für die Maghreb-Staaten ist weniger positiv. In Ranking der Maghreb-Staaten schneidet Marokko (1,969) auf Platz 74 von 163 noch am besten ab. Tunesien (1,996) folgt auf Platz 85 im Gesamtranking. Mit deutlichem Abstand folgen Algerien (2,146) auf Platz 109, Mauretanien (2,193) auf Platz 112 und Libyen (2,93) auf Platz 151.

Die am wenigsten friedlichen Länder des Kontinents sind vor allem diejenigen, die von Bürgerkriegen, politischer Instabilität, Terrorismus und Rebellionen geprägt seien. Der Sudan, die Zentralafrikanische Republik und Somalia liegen mit 3,007, 3,021 bzw. 3,125 auf den Plätzen 154, 155 bzw. 156 der Welt. Die Demokratische Republik Kongo und der Südsudan, Länder, die sich durch langjährige politische Instabilität auszeichnen, schneiden auf dem afrikanischen Kontinent am schlechtesten ab und belegen mit 3,166 bzw. 3,184 Punkten die Plätze 158 und 159 in der Weltrangliste.

Frieden herrscht vor allem in Europa.

Auf globaler Ebene nennt der Index Island mit einem Wert von 1,107 als friedlichstes Land der Welt, vor Neuseeland (1,269), Irland (1,288), Dänemark (1,296) und Österreich (1,3). Deutschland folgt erst auf Platz 16 mit einem Indexwert von 1,462 deutlich vor Frankreich mit Platz 65 und einem Wert von 1,895. Überraschend ist, dass China auf Platz 89 und mit einem Indexwert 2,01 deutlich vor den USA rangieren, die erst auf Platz 129 und mit einem Indexwert von 2,44 folgen.

Von den Ländern mit dem größten Unfrieden liegt Syrien mit einer Note von 3,356 auf Platz 161, Jemen mit einer Note von 3,394 auf Platz 162 und Afghanistan mit einer Note von 3,554 auf Platz 163.

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