Marokkanische Behörden zerschlägt ISIS-Zelle in Nador.

Enge Zusammenarbeit zwischen Marokko und Spanien

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ISIS-Zelle
Innenministerium Marokko

ISIS-Zelle in der Nähe der Küstenstadt Nador zerschlagen –

Anschlagsvorbereitungen für Marokko und Spanien.

Rabat – Das marokkanische Innenministerium gab bekannt, dass man in dieser Woche eine mutmaßliche ISIS-Zelle, in der Nähe der im Nordosten gelegenen Küstenstadt Nador, zerschlagen hat. Die Festnahme erfolgte genauer in Beni Chiguer. Der kleine Ort liegt nordwestlich von Nador und westlich von Melilla. Die Terrorzelle soll aus mindesten fünf Personen bestanden haben. Einer der mutmaßlichen Terrorverdächtigen soll spanischer Staatsangehöriger mit Wurzeln in Marokko sein. Am Mittwoch den 06. September 2017 wurden die Verdächtigen durch Beamte der Antiterroreinheiten verhaftet.

Enge Zusammenarbeit zwischen Marokko und Spanien

Wie das Innenministerium weiter mitteilte, war die Verhaftung ein Erfolg der Zusammenarbeit zwischen Spanien und Marokko. Erst Ende August war der spanische Innenminister Juan Ingnacio Zoido, begleitet von hochrangigen Beamten der spanischen Geheimdienste, in Marokko. Der Besuch stand im Zusammenhang mit dem Terroranschlag von Barcelona, bei dem 13 Menschen starben und ca. 100 Menschen verletzt wurden – maghreb-post berichtete. Für das Attentat in Barcelona gilt eine Gruppe von Männern mit marokkanischer Abstammung als verantwortlich. Der verhaftete Terrorverdächtige mit spanischer Nationalität und marokkanischen Wurzeln, soll seinen Wohnsitz in der spanischen Enklave Melilla gehabt haben. Damit hatte die Terrorzelle einen ungehinderten Zugang zum spanischen Raum und auch zum spanischen Festland. Bei der jetzigen Verhaftung handelt es sich nicht um die erste gemeinsame Aktion zwischen Marokko und Spanien. Auch Marokko hat bereits mehrfach dabei geholfen Terrorverdächtige auf dem Gebiet der spanischen Enklave Mellila  zu verhaften.

ISIS-Zelle soll konkrete Anschlagsziele für Spanien und Marokko gehabt haben.

In seiner Erklärung führte das Innenministerium weiter aus, dass die Terrorzelle dadurch aufgeflogen wäre, weil sie in der letzten Zeit verstärkt an der Rekrutierung von jungen Menschen gearbeitet habe. Gleichzeitig sollen die verhafteten Terrorverdächtigen bekannt dafür gewesen sein, den ISIS für den Kampf im Irak und in Syrien gelobt zu haben. Bei den weiteren Ermittlungen sei man dann auf konkrete Anschlagsabsichten und Anschlagsvorbereitungen gestoßen. So sollen die mutmaßlichen Mitglieder der Terrorzelle Anschläge in Spanien und Marokko geplant haben, bei denen sie mit Hieb- und Stichwaffen Menschen töten und verletzten wollten.

Terrorgefahr nimmt allgemein zu.

Aus Sicht des Innenministeriums nimmt die abstrakte Terrorgefahr für Marokko und Spanien zu. Durch die Kampfhandlungen im Irak und in Syrien, bei denen der ISIS militärisch unter Druck geraten ist, kehren immer mehr Kämpfer in ihre Heimatländer zurück oder weichen nach Europa aus. Unter den Kämpfern des ISIS befinden sich zahlreiche Menschen aus bzw. Staatsangehörige europäischer Länder mit Wurzeln im Maghreb (Algerien, Marokko und Tunesien). Die Sicherheitsorgane befürchten, dass die sog. Rückkehrer dann ihre Ideologie und Gewaltbereitschaft mitbringen und aktiv werden.

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