Marokko – 10 Jahre Haft für Direktor der Stadtverwaltung von Marrakech.

Immobilienentwickler zeigte Stadtdirektor an.

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Gericht verurteilt Khalid Ouaya zu Haft- und hoher Geldstrafe wegen Korruption.

Marrakech – Khalid Ouaya, ehemaliger Generaldirektor der Stadtverwaltung von Marrakesch, wurde zu 10 Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von einer Million marokkanischer Dirham MAD verurteilt. Das Urteil wurde am Mittwochabend, dem 5. Februar 2020, von der Strafkammer des Berufungsgerichts von Marrakesch gesprochen. Seine Frau und ein Architekt, die beide im selben Fall verfolgt wurden, wurden zu je fünf Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 1 Million Dirham verurteilt. Die drei Beklagten wurden außerdem zur Zahlung von Schadensersatz in der Größenordnung von 300.000 MAD an das klagende Unternehmen sowie eines symbolischen Dirhams an die NGO Transparency Maroc verurteilt. Dies berichten die Behörden, deren Meldung über die marokkanische – staatliche Nachrichtenagentur MAP verbreitet wurde.

Immobilienentwickler zeigte Stadtdirektor an.

Der ehemalige Direktor der Stadtverwaltung von Marrakesch wurde am 4. Juli 2019 in seinem Auto, unter dem Vorwurf der Korruption, verhaftet. Er wurde im Besitz von 500.000 MAD in bar und eines Schecks über 8,8 Millionen MAD festgenommen. Der fragliche Scheck wurde von dem Kläger, Rachid Hosni, einem bekannten Immobilienentwickler in Marrakesch, zugunsten der Firma IFA Conseil, die von der Ehefrau des Hauptangeklagten Khalid Ouaya geleitet wird, ausgestellt. Nach der Anzeige des Immobilienentwicklers hatte der ehemalige Direktor der Stadtverwaltung eine beträchtliche Bestechungssumme gefordert, um das Genehmigungsverfahren für seine Projekte zu beschleunigen. Die vom Beschwerdeführer beauftragte Staatsanwaltschaft verwies die Angelegenheit an die Bundesanwaltschaft, die die gesamte Operation in Abstimmung mit dem örtlichen Polizeipräsidium durchführte, so das Nachrichtenmagazin Le360.

Durchsuchungen auch in Rabat

In der Folge führten Durchsuchungen der beiden Wohnungen des Angeklagten, darunter die Hauptwohnung in Hay Ryad in Rabat, zur Entdeckung einer wahren „Räuberhöhle“. Neben Schecks mit großen Geldbeträgen wurde auch Bargeld in Höhe von mehreren Millionen MAD sowie Gegenstände von großem Wert gefunden.