Marokko – Aufklärungskampagne der Zollbehörde für MREs

Mit Hilfe eines kleinen Videos wird erklärt, was erlaubt ist und was nicht.

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MREs
Marokkanischer Zoll Informationskampagne für die Einreise an MREs gerichtet.

Video gibt Auskunft über Einfuhrregeln für Waren, Zahlungsmittel, Medikamente und Fahrzeuge.

Rabat – Die Ferienzeit in Europa und damit in vielen Ländern, in den sich die im Ausland lebenden Marokkaner (MREs) aufhalten, rückt näher. Damit reisen neben den Touristen viele MREs nach Marokko. Alljährlich stellt sich die Frage, ob man per Flugzeug, Bus oder mit dem eigenen PKW in den Urlaub fährt und welche Vorschriften beim Grenzübergang zu beachten sind. Bei den MREs ist es fast schon Tradition den Verwandten in Marokko die ein oder andere kleine oder große Aufmerksamkeit mitzubringen. Aber auch für eigene Zwecke wird gerne reichlich eingepackt. Beim Grenzübertritt ist nicht immer klar, was nun erlaubt ist oder wofür Einfuhrzölle zu entrichten sind. Um hier zur Aufklärung beizutragen, hat die marokkanische Zollbehörde nun eine Kampagne gestartet. Mit Hilfe eines kleinen Videos, in der Sprache Darija, wird erklärt, was erlaubt ist und was nicht sowie welche Freimengen bestehen.

https://youtu.be/aKWps1Miw1M

Persönliche Gegenstände

Grundsätzlich gibt es für eigene private Zwecke nur wenige Einschränkungen. Gegenstände wie Sportgeräte, Laptops, Handys, Schmuck und Bargeld können eingeführt werden. Wichtig dabei ist, dass diese Dinge auch wieder ausgeführt und nicht in Marokko veräußert werden. Im Zweifel lässt man bei der Einreise durch den Zoll ein Einfuhrprotokoll erstellen, welches bei der Ausreise wieder vorgelegt wird. Der Zoll sollte dann die Ausfuhr kontrollieren und bestätigen.

Geschenke an Bekannte, Freunde und die Verwandtschaft.

Auch bei Geschenken für Bekannte, Freunde und die Verwandtschaft gibt es nur wenige Einschränkungen. Wichtig dabei zu beachten ist eine wertbestimmte Freimenge von 20.000 marokkanische Dirhams MAD (ca. 1.800,-€ Wechselkurs stand 19. Juni 2018). Dieser Wert gilt für ein Jahr und nicht pro Einreise. Wichtig ist, dass nicht der Eindruck entsteht, dass die „Geschenke“ zu gewerblichen Zwecken eingeführt werden. Wenn also die vermeintlichen Geschenke aus mehreren TV-Geräten desselben Typs bestehen, könnte der Zoll auf einen gewerblichen Hintergrund schließen und die Einfuhr verweigern oder den entsprechenden Einfuhrzoll erheben.

Einfuhr von Medikamenten.

Die Einfuhr von Medikamenten ist nur dann unproblematisch und erlaubt, wenn diese für die Behandlung eigener Erkrankungen gedacht sind. Um Missverständnisse mit dem Zoll zu vermeiden, sollte man nur die Menge an Medikamente einführen, die für die Dauer des geplanten Aufenthalts nachvollziehbar und sinnvoll erscheint. Der Zoll rät dazu eine Bescheinigung des behandelnden Arztes mitzuführen (idealerweise in Französisch, Arabisch oder Latein). Jeder Eindruck eines möglichen Handels mit Medikamenten sollte vermieden werden. Medikamente die eingeführt wurden, aber nicht verbraucht sind, sollen grundsätzlich auch wieder ausgeführt werden.

Einfuhr von Zahlungsmittel

Zahlungsmittel in Form von Schecks, Kreditkarten oder Bargeld können in jeder Form eingeführt werden. Bei Bargeld gilt allerdings eine Obergrenze, bei deren Überschreitung eine Deklaration (Anmeldung) beim Zoll zwingend nötig ist. Die Obergrenze liegt bei 100.000,- MAD (ca. 9045,-€ Wechselkurs stand 19. Juni 2018). In diesem Zusammenhang ist es zu empfehlen einen entsprechenden Herkunftsnachweis des Bargeldes mitzuführen. Auch in Marokko wird gegen Schwarzgeld und Geldwäscher vorgegangen.

Einfuhr von Fahrzeugen

Fahrzeuge, die im Ausland angemeldet sind und ein entsprechendes Kennzeichen besitzen, können nach Marokko eingeführt werden. Auch Fahrzeuge ohne Kennzeichen können grundsätzlich eingeführt werden, sofern diese angemeldet (registriert) und auch wieder ausgeführt werden. Typisches Beispiel ist der Jetski. Diese Fahrzeuge dürfen aber nicht auf den öffentlichen Straßen zum Einsatz kommen, wenn für vergleichbare Fahrzeuge in Marokko eine Kennzeichenpflicht besteht. Um die Einfuhr zu beschleunigen kann man diese Fahrzeuge vorab im Internet bei den Behörden anmelden. Ansonsten wird beim Grenzübertritt eine Registrierung nötig. Fahrzeuge aus dem Ausland dürfen sich sechs Monate bzw. 180 Tage im Land aufhalten. Dies ist am Stück oder verteilt möglich. Nach Ablauf der 180 Tage muss das Fahrzeug wieder ausgeführt oder verzollt werden.

Verbot von gefährlichen Gegenständen und Flugobjekten

Der Zoll weißt eindringlich darauf hin, dass keine die Sicherheit im Land gefährdende Gegenstände eingeführt werden dürfen. Neben gefährlichen Stoffen sind dies vor allem Waffen in unterschiedlicher Form. Neben Schuss- und Jagdwaffen fallen alle möglichen Stichwaffen darunter, auch wenn diese z.B. dem Kampfsport dienen.

Ebenfalls nicht eingeführt werden dürfen ferngesteuerte Flugobjekte wie Modellflugzeuge oder Drohnen. Eventuell kann man vorab bei den Behörden eine Sondergenehmigung erhalten.

Weitere Einzelheiten sind vom Zoll auf seiner Website bereitgestellt worden. Diese finden sich unter www.douane.gov.ma/mre
Auch telefonische Auskünfte sind mögliche unter den Nummern:
00212 5 37 56 57 57
00212 8 01 00 70 00

Hier empfehlen sich aber Kenntnisse der arabischen oder französischen Sprache.

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