Marokko – BCIJ meldet Drogenfund von 500 kg.

Drogenhandel und Drogenkartelle gefährden die Zukunft Afrikas.

Kokain
541 kg Kokain in Casablanca gefunden - Afrika im Visier der Drogenkartelle

Marokkanische Behörden melden Drogenfund von über 500 kg Kokain im Hafen von Casablanca.

Rabat – Marokkos Bundespolizei (Zentralbüro für juristische Ermittlungen (BCIJ)) bestätigt die Beschlagnahmung von über einer halben Tonne Kokain. In einer Pressemeldung, die von der marokkanischen-staatlichen Presseagentur MAP veröffentlicht wurde, gibt das BCIJ bekannt, dass ca. 541 kg Kokain im Hafen von Casablanca gezielt aus dem Verkehr gezogen werden konnten. Die Drogen haben sich in einem Container aus Südamerika befunden.

Drogenfund kein Zufall, sondern Ergebnis von Geheimdienstinformationen.

Wie das BCIJ weiter erklärt, betrachtet die Behörde den Erfolg als Beispiel für das eigene Engagement im Kampf gegen den Drogenschmuggel. Gleichzeitig ist die jüngste Beschlagnahmung wohl ein Ergebnis einer internationalen Zusammenarbeit unterschiedlicher Sicherheitsbehörden, darunter auch Geheim- und Nachrichtendienste. Der genaue Wert der Drogen wurde nicht genannt, weil der Reinheitsgrad noch geprüft wird.

Sechs Tatverdächtige verhaftet.

Während der Aktion verhafteten die BCIJ – Beamten sechs Verdächtige. Unter den Verdächtigen ist ein brasilianischer Staatsbürger. Er gilt als Koordinator des Drogenschmuggels. Über die weiteren Verdächtigen wurde nichts gesagt. Im Zuge der Beschlagnahmung wurden auch fünf PKWs, die dem Abtransport der Drogen aus dem Hafen dienen sollten, ebenfalls konfisziert. Im weiteren Verlauf der Untersuchungen wurden erhebliche Mengen von Bargeld in marokkanischer Währung und internationalen Währungen beschlagnahmt.

Nord- und Westafrika wichtige Schmuggelroute für den internationalen Drogenhandel.

Gerade für Kokain ist der Seeweg die Hauptschmuggelroute. Das meiste Kokain stammt aus Südamerika. Der Transport über das Meer ist für die großen Mengen der sicherste Weg, da die unüberschaubare Menge der Container auf den Weltmeeren die Entdeckungsgefahr gering erscheinen lassen. Verhältnismäßig nur wenig Kokain wird per Luftfracht geschmuggelt. Wenn der Transport per Luft erfolgt, dann hauptsächlich durch sog. Schlucker. Sie schlucken das Kokain in größeren Hartkapseln um es am Zielort auf natürlichem Wege wieder auszuscheiden. In den letzten Jahren stellen die Behörden zunehmend fest, dass neue Schmuggelrouten zunächst über Westafrika und nun zunehmend über Nordafrika nach Europa aufgebaut wurden. Durch die enormen finanziellen Mittel der Drogenexporteure können sie sich in Afrika mehr Schutz erkaufen.

Marokkos strategische Lage und Öffnung nach Afrika macht das Land zum logistischen Drehkreuz.

Marokkos günstige Lage vor den Toren Europas und die zunehmende Öffnung des Königreiches hin nach Afrika, macht das Land für den Schmuggel interessant. Betroffen sind aber auch Algerien und Tunesien. Europa ist der zweitgrößte Absatzmarkt für Kokain. Der kurze Seeweg zwischen Marokko und Spanien vereinfacht den Drogenschmuggel nach Europa. Bei den jetzt gefundenen Drogen ist noch unklar, ob diese für den Schmuggel nach Europa gedacht waren. Die marokkanische Staatsanwaltschaft wird das Ermittlungsverfahren fortführen, um die genauen Umstände des Falles zu ermitteln und alle anderen möglichen Verdächtigen festzunehmen. In Marokko ist der Besitz und Konsum von Drogen verboten und stellt einen Straftatbestand da. Dies gilt bereits bei sehr kleinen Mengen an aufgefundenen Drogen. Es können Geldstrafen aber auch Haftstrafen von bis zu 10 Jahren von den Gerichten verhängt werden. Laut dem Europäischen Drogenbericht 2015 wurden in Europa 63 Tonnen Kokain sichergestellt.

Afrikas Zukunft bedroht durch Drogenkartelle.

Afrika gerät zunehmend ins Visier der Drogenkartelle. Zum einen ist es ein neuer aufstrebender Absatzmarkt, aber vor allem ist es ein fast gefahrloses Drehkreuz. Die Machtstrukturen sind anfällig für die Finanzmacht der Drogenhersteller. Sowohl die Wirtschaft als auch die Politik können gegen die Macht der Dollar-Milliarden wenig ausrichten und auch die Sicherheitsstrukturen sind unzureichend um einen wirksamen Kampf gegen die Drogen zu führen. Grenzen sind schlecht kontrolliert und nicht selten kooperieren afrikanische Kriminelle mit den Drogenkartellen aus den südamerikanischen Produktionsländern.

Mehr zum Thema in der Dokumentation:

Empfohlener Artikel