Marokko – Corona – App für Kontaktkettenverfolgung veröffentlicht.

"Wiqaytna" - App registriert Personenkontakt via Bluetooth.

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App
Marokko veröffentlicht Coronavirus - App Wiqaytna

Smartphone – App informiert Kontakte von Personen mit Coronavirus SARS-COV 2 Infektion.

Rabat – Das marokkanische Gesundheitsministerium setzt seit Wochen zur Unterbindung von Infektionsketten in der Coronavirus Pandemie auf die umfängliche Nachverfolgung von Kontaktketten infizierter Menschen. Bisher hat man durch Befragung der infizierten und durch systematische Testung des nahen familiären Umfeldes die Kontaktketten mühsam ermittelt und versucht Infektionsketten zu unterbrechen. Ähnlich wie in Europa wollte Marokkos Regierung ein übergreifendes Identifikationssystem einführen, um schneller und sicherer ermitteln zu können. Dazu setzt man in Anlehnung an die Entwicklungen in Asien auf die weite Verbreitung von Smartphones und entwickelte Apps für Android und Apple´s IOS Betriebssystem. Seit gestern ist die sog. COVID-19 App mit dem Namen „Wiqaytna“ veröffentlicht.

„Wiqaytna“ – App registriert Personenkontakt via Bluetooth.

„Wiqaytna“, setzt auf Bluetooth – Technologie und soll einer freiwilligen Nutzung unterliegen. Technisch registriert die App und das Smartphone die Annäherung anderer Personen, mit der gleichen App sowie aktiviertem Bluetooth, sofern die Annäherung den empfohlenen Mindestabstand unterschreitet bzw. die Bluetooth – Reichweite erreicht und mehrere Sekunden dauert. Sollte sich bei einer Person nachträglich eine Coronavirus – Infektion ergeben, werden alle anderen Personen, die in den letzten 21 Tagen Kontakt mit dem betroffenen Infizierten hatten, durch eine SMS oder einer Push-Nachricht informiert. Sie sollen dann die lokalen oder überregionalen COVID-19 Anlaufstellen kontaktieren.

Bluetooth
Kontaktkettennachverfolgung – App nutzt Bluetooth – Funktechnik

Im Anschluss an diese Benachrichtigung werden die Teams des Gesundheitsministeriums eine Bewertung des Gefährdungsrisikos vornehmen und, falls erforderlich, Kontakt mit dem benachrichtigten Fall aufnehmen, hieß es in der Pressemitteilung.

Smartphone – App wird durch neue Kommunikationskampagne begleitet.

Diese Smartphone – App, die Teil der Bemühungen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuen Coronavirus ist, wird im Rahmen einer nationalen Sensibilisierungskampagne unter dem Motto „Bleiben wir wachsam, schützen wir uns gegenseitig“ lanciert, deren Ziel es ist, die Bürger zu ermutigen, weiterhin Präventivmassnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung dieses Virus zu ergreifen und eventuell über weitere viele Monate zu akzeptieren. Die App steht seit gestern, 1. Juni 2020, auf „Google Play“, „App Store“ und auf „www.wiqaytna.ma“ zum Herunterladen zur Verfügung.

Sorge um Datensammlung bei Bürgerinnen und Bürgern sowie Aktivisten.

Die Applikation wurde gemeinsam von den Ministerien für Gesundheit und Inneres in Zusammenarbeit mit der Agentur für digitale Entwicklung (ADD) und der nationalen Regulierungsbehörde für Telekommunikation (ANRT) sowie durch freiwillige Unterstützung marokkanischer Unternehmen mit Fachkenntnissen in ihren Bereichen durchgeführt, heißt es in gleichen Pressemeldung. Dabei setzt Marokko einen zentralen Datenspeicher und Server ein, sodass eine große Datenmengen über Bewegungs- und Kontaktprofile der Marokkanerinnen und Marokkaner gesammelt werden. Hier melden Datenschützer und Menschrechtsorganisationen weltweit Bedenken an. Durch die Verknüpfung mit weiteren Daten der Mobilfunkbetreiber und mit Socialmedia – Informationen lassen sich umfangreiche Profile aufbauen. Die Sorge ist groß, dass die App auch zu Überwachungszwecken genutzt werden könnte.

Behörden versuchen Sorge über Datensammlung zu zerstreuen.

Die App ist von der Nationalen Kommission für die Kontrolle des Schutzes personenbezogener Daten (CNDP) autorisiert und als Open Source verfügbar, informiert die Regierung in ihrer Pressemitteilung, die über die marokkanische – staatliche Nachrichtenagentur MAP verbreitet wurde.

In diesem Sinne ermutigt das Gesundheitsministerium die Bürgerinnen und Bürger, die vier Präventionsmaßnahmen zu einem Teil ihrer täglichen Routine zu machen, und ruft alle Akteure in den Verbänden, im Privatsektor, in den Medien und alle Bürgerinnen und Bürger auf, einen massiven Beitrag zu dieser Aufklärungskampagne zu leisten.

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