Marokko – EIB stellt 40 Mio. Euro für Straßenbahnnetz Rabat – Salé bereit.

Streckennetz wird um sieben Kilometer erweitert.

Straßenbahnnetz
Straßenbahn Rabat - Salé Quelle: STRS

Straßenbahnnetz in Rabat – Salé soll Straßen und Umwelt entlasten.

Die Straßenbahngesellschaft Rabat – Salé Tramway (STRS) und die Europäische Investitionsbank (EIB) haben am letzten Mittwoch (07. März 2018) einen neuen Kreditvertrag unterzeichnet. Die EIB stellt der Betreibergesellschaft ca. 40 Millionen Euro zur Verfügung. Der Kreditrahmen soll für den Ausbau des Straßenbahnnetzes in der marokkanischen Hauptstadt Rabat und ihrer Schwesterstadt Salé genutzt werden. Wie die EIB in einer Pressemeldung mitteilte, wurde der Darlehnsvertrag auf Seiten der EIB von Frau Flavia Palanza, Direktorin der Abteilung Nachbarschaft bei der Europäischen Investitionsbank, unterzeichnet. Von marokkanischer Seite unterzeichnete Herr Said Zarrou, Präsident und CEO der Straßenbahngesellschaft von Rabat – Salé (STRS) und General Manager der Agentur für die Entwicklung des Bouregreg Valley. Für das Darlehen hat der marokkanische Staat eine Bürgschaft abgegeben. Das Gesamtprojekt hat ein Budget von ca. 1,7 Milliarden marokkanische Dirhams (MDH) bzw. ca. 150 Millionen Euro.

Streckennetz wird um sieben Kilometer erweitert.

Die Finanzierung soll vor allem den Ausbau der Linie 2 vorantreiben. Das Straßenbahnnetz der Betreibergesellschaft soll um eine Streckenlänge von etwa sieben km erweitert werden. Innerhalb der Stadt Rabat sollen 12 Haltestellen hinzukommen. In der Schwesterstadt Salé ist geplant weitere acht Haltestellen zu bauen. Ebenso werden weitere Straßenbahnen angeschafft. Erste Planungen gehen von weiteren 11 Doppelwaggons aus.

Dieses Projekt ist Teil der Gesamtplanung für Transport und Verkehr in Rabat – Salé – Témara. Durch ein attraktives Straßenbahnnetz auf der Linie 2 erwarten die Städte einen Anstieg der Fahrgäste um ca. 35%. Nach Schätzungen der Städte bedeutet dies eine Reduzierung von ca. 10.000 Autos pro Tag auf den Pendlerstrecken. Diese Verkehrsverlagerung soll 4.500 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

Langfristige Planungen sehen weitere Abschnitte vor.

Im vergangenen Jahr hatten die ersten Erweiterungsarbeiten in der Stadt Salé begonnen. Die geplante Erweiterung hat eine Länge von 4,6 Kilometern und verläuft hauptsächlich durch die Avenue Zarbia. Erstes Etappenziel ist das im Bau befindliche Provinzkrankenhaus Hssaine. Langfristig soll Salé Jadida und das Technopolis angebunden werden. Planungen für eine Anbindung des sich ebenfalls in der Nähe befindlichen Flughafens sind nicht bekannt. Hier steht aktuell ein Schnellbus ins Stadtzentrum zur Verfügung. Auf der anderen Seite, d.h. in Rabat, wird die Strecke vom Moulay Youssef Hospital in Akkari bis zur Avenue Al Kifah im Stadtteil Yaâcoub Al Mansour um 2,4 Kilometer verlängert. Langfristig ist geplant, einen Teil der Stadt Témara sowie den Vorort Harhoura anzubinden. Wichtigste Erweiterung in Rabat ist die Anbindung des neuen TGV-Bahnhofs in Agdal.

Fast 200 Millionen Passagiere seit Inbetriebnahme

Das derzeitige Straßenbahnnetz Rabat – Salé besteht aus zwei Linien mit einer Gesamtlänge von 20 km und 31 Haltestellen. Seit der Inbetriebnahme haben ca. 197 Millionen Passagiere die Bahnen genutzt. Das sind ca. 110.000 Passagiere pro Tag. Neben Rabat – Salé besitzt in Marokko nur die Wirtschaftsmetropole Casablanca ein Straßenbahnnetz, das ebenfalls erweitert werden soll. Für den jetzt anstehenden Projektabschnitt ist eine Fertigstellung für Mitte 2019 geplant.

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