Marokko – Einreise von gestrandeten Staatsbürgern aus Melilla.

Erste Rückführung von marokkanischen Staatsbürgern seit der Grenzschließung am 17. März 2020.

3079
Melilla
Melilla - spanische Enklave an der marokkanischen Mittelmeerküste

500 Marokkanerinnen und Marokkaner sollen in zwei Phasen zurückgeholt werden.

Rabat – Von marokkanischer Seite gab es noch keine Bestätigung, aber wie spanische Medien berichten, hat das nordafrikanische Königreich, die Grenze zur spanischen Enklave Melilla für 500 Staatsbürger geöffnet. Die spanische Nachrichtenagentur Lavanguardia meldet, unter Berufung auf offizielle marokkanische Beamte, dass eine eingeschränkte Anzahl gestrandeter Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in zwei Phasen in ihr Heimatland einreisen können. In der ersten Phase sollen ca. 200 Menschen noch heute einreisen dürfen. In einer zweiten Phase sollen weitere 300 Personen folgen. Wann die zweite Gruppe die Grenze überschreiten darf, ist noch unklar.

Nachdem die marokkanischen Behörden die Listen der Personen erstellt hatten, deren Einreise gestattet ist, haben sie sich heute Morgen mit den spanischen Behörden in Melilla in Verbindung gesetzt, um die Modalitäten des Vorhabens abzustimmen, so die spanische Nachrichtenagentur weiter.

Erste Rückführung von marokkanischen Staatsbürgern seit der Grenzschließung am 17. März 2020.

Marokko hat bisher nur eine kleine Gruppe von marokkanischen Studenten aus China ausgeflogen, als dort das Coronavirus SARS-COV 2 ausgebrochen war. Seit der Grenzschließung vom 17. März 2020 sitzen über 27.850 marokkanische Bürgerinnen und Bürger im Ausland fest. Vor Sorge neuerlicher Einschleppung des Coronavirus und mangelnder Kapazitäten für womöglich notwendiger Quarantäneunterbringung und Behandlungen, überlässt man sie ihrem Schicksal im Ausland. Zwar bemüht sich das marokkanische Außenministerium und die Botschaften sowie Konsulate im Ausland, die gestrandeten Staatsbürger zu unterstützen, aber nicht wenige beklagen große wirtschaftliche Probleme und eine Überforderung des diplomatischen Diensts.

Marokkanische Regierung hält gestrandete Staatsbürger hin.

Während die gestrandeten Marokkaner seit Wochen die Rückführung fordern und mit Protestaktionen vor zahlreichen Botschaften auf sich aufmerksam machen, kommen aus Rabat nur Versuche der Beschwichtigung und wenig konkrete Aussagen.

Am 23. April teilte Außenminister Nasser Bourita mit, Marokko plane die Rückführung aller im Ausland gestrandeten Bürger und sagte: „Marokkaner haben das Recht, nach Hause zu kommen. Es ist unbestreitbar.“ Er schränkte aber zugleich ein, dass die Rückkehr unter optimalen epidemiologischen Gegebenheiten stattfinden muss, und gab den Schwarzen Peter an das Gesundheitsministerium weiter.

Marokko – 22.000 Marokkaner im Ausland gestrandet.

Am 7. Mai, bekräftigte die marokkanische Regierung, wie wichtig es sei, sich konsequent auf die Rückführung von im Ausland gestrandeten Marokkanern vorzubereiten.

Die Regierung beobachtet die Situation gestrandeter Marokkaner genau, und Marokkos diplomatische Vertretungen bemühten sich, gestrandete Staatsangehörige aufzunehmen und zu unterstützen, sagte Regierungssprecher Said Amzazi.

Rückkehrer aus Melilla müssen in Quarantäne.

Sobald die Rückkehrer marokkanisches Hoheitsgebiet betreten, sollen diese dann in die Touristenstadt Saidia, etwa 80 Kilometer östlich von Melilla, gebracht werden. Dort werden sie in mehreren Hotels unter Quarantäne gestellt, so die spanische Nachrichtenagentur EFE weiter.

Empfohlener Artikel