Marokko – Erneut Haftstrafen für Jerada Demonstranten.

Weiterhin Unglücksfälle mit Todesopfern in Jerada.

Jerada
Demonstrationen, Unruhen und Proteste in Jerada

16 Angeklagte erhielten Haftstrafen von bis zu fünf Jahren.

Oujda – Das Gericht von Oujda verurteilte am 15. November 2018 16 Demonstranten aus Jerada in erster Instanz zu Gefängnisstrafen von zwei Monaten bis zu fünf Jahren. Dies bestätigte der Sprecher der regionalen Hirak – Beobachtermission, Abdessamad Habbachi gegenüber dem Nachrichtenmagazin Telquel. Die Angeklagten Ahmed Othmani und Abdelkhalek Miri wurden zu fünf Jahren Haft verurteilt. Hamid Hamdaoui wurde zu drei Jahren Haft verurteilt. Fünf Angeklagte erhielten Haftstrafen von zwei Jahren. Weitere sieben Männer erhielten jeweils ein Jahr Haft. Die letzte Person wurde zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten verurteilt.

Urteile wegen schwerer Sachbeschädigung und Widerstand gegen die Staatsgewalt.

Das Gericht in Oujda verurteilte die Angeklagten wegen der Teilnahme an ungenehmigten Demonstrationen, Steinwürfen gegen Polizisten, vorsätzlicher und schwerer Sachbeschädigung von öffentlichem Eigentum, Widerstand gegen die Staatsgewalt sowie wegen Anstiftung zur Begehung von Straftaten.

Das gleiche Gericht verurteilte am Donnerstag, den 8. November, acht festgenommene Demonstranten aus Jerada zu Freiheitsstrafen von drei bis fünf Jahren. Die Begründungen sind mit den aktuellen Urteilen vergleichbar.

Weiterhin Unglücksfälle mit Todesopfern in Jerada.

Innerhalb der letzten Wochen starben mindesten fünf Menschen in ungenehmigten Kohleschächten in der Region Jerada. Zu Beginn des Jahres erlebte die betroffene Stadt im Nordosten eine Protestbewegung, nach dem Tod von zwei Bergleuten, die in einen verlassenen Schacht stiegen um Kohle abzubauen. Kurz darauf starben erneut zwei junge Männer. Die Folge waren monatelange Proteste mit Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften, die nach den Ereignissen in Al Hoceima zahlreich und schnell in der Region Jerada zusammengezogen wurden. Die Demonstranten fordern seit Jahren Unterstützung für eine Strukturreform. Nach der Schließung eines Kohlebergwerks Ende der 1990 er Jahre ging es mit der einst wohlhabenden Bergbaustadt wirtschaftlich abwärts. In ihrer Not sehen viele Junge Menschen im gefährlichen und un-reglementierten Kohleabbau die einzige Einnahmequelle für sich und ihre Familien. Die Regierung hatte Maßnahmen angekündigt, die aber bisher noch nicht umgesetzt wurden.

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