Marokko – Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit 18. November 1956

Vollständiger Unabhängigkeit für einige noch nicht erreicht.

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Unabhängigkeit
Offizielles Banner zum 66. Unabhängigkeitstag Marokkos

Beendigung des französischen Protektorats über Marokko nach langem Widerstand.

Rabat – Für Marokko gehört der 18. November 1956 zu den wichtigsten Tagen der jüngeren Geschichte. Vor 66 Jahren endete das Protektorat und damit die Kolonialisierung des Sultanats und spätere Königreich Marokko (Maghreb) durch Frankreich, das seit 1912 die Geschicke des Landes lenkte. Nach der zweiten sog. Marokkokrise im Jahr 1911, bei der auch das Deutsche Reich territoriale Ansprüche in Nordafrika stellte, sahen sich die Sultane des Landes nicht in der Lage, Marokko und sich vor den damaligen Großmächten selbst zu schützen und man akzeptierte den Status als Protektorat der damals stärksten Militärmacht der Welt, Frankreich. Dadurch teilten sich nun Spanien, das den Nordosten und die heutigen sog. südlichen Provinzen (Westsahara) kontrollierte und Frankreich, das den Westen und den Süden beherrschte, dass an Eisen, Kohle, Phosphat und landwirtschaftlichen Produkten reiche Land.

Der 18. November, das wahre Datum der Unabhängigkeit?

Diese Frage wird in Marokko jedes Jahr heiß diskutiert. Der offiziellen Geschichtsschreibung zufolge erklärte König Mohammed V. am 18. November 1955 die Unabhängigkeit Marokkos, nachdem er sie mit dem Präsidenten des Französischen Rates, Antoine Pinay, vereinbart hatte.

Das Datum des 18. November ist jedoch in Wirklichkeit das Datum der Inthronisierung von König Mohammeds V. im Jahr 1927, dem Großvater des heutigen Königs Mohammed VI. Am 16. November 1955 kehrte König Mohammed V. aus dem Exil zurück. Er gilt als Symbol für den gemeinsamen Kampf um Unabhängigkeit von Thron und Volk. Am selben Tag des Jahres 1955 kündigte König Mohammed V. in einer Rede zum Beginn seiner Herrschaft Verhandlungen mit Frankreich an, um das Protektorat zu beenden. Zu seinen Ehren hat man den 18. November zum offiziellen Unabhängigkeitstag erklärt. Die Aufhebung des Protektorats Frankreichs über Marokko wurde jedoch erst einige Monate später, am 2. März 1956, unterzeichnet. Es wurde unterzeichnet vom damaligen französischen Außenminister Christian Pineau und dem marokkanischen Vertreter Si Bekkaï nahe Quai d’Orsay.

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Vollständiger Unabhängigkeit für einige noch nicht erreicht.

Für viele im Land ist die Kolonialzeit nicht beendet und nicht alle Gebiete befreit. Spanien hält weiterhin die Enklaven Ceuta und Melilla an der marokkanischen Mittelmeerküste. Kritiker des Regimes behaupten gar, dass Marokko heute zwar formell Unabhängig ist, aber außenpolitisch und wirtschaftlich noch immer unter Kontrolle von Paris steht. Die Monarchie und die Regierung selbst bezeichnen die Angriffe auf die Zugehörigkeit der Westsahara oder südlichen Provinzen zu Marokko als Untergrabung der territorialen Integrität. Die Kolonialzeit hat sichtbare Folgen auf dem afrikanischen Kontinent hinterlassen. So eroberten vor allem europäische Staaten fast den ganzen afrikanischen Kontinent und nahmen bei Grenzziehungen keine Rücksicht auf Volkszugehörigkeiten oder Herrschaftsgebiete. Bis heute gehen viele Konflikte auf unklare Grenzverläufe und Gebietsansprüche zurück. Auf den Karten ist dies durch sehr gerade Grenzverläufe zu erkennen. Das heutige Marokko ist wesentlich kleiner, mit oder ohne die Westsahara, als zu der Zeit vor der Kolonialisierung.

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