Marokko – Frontbügel bei PKWs ab 1. Januar 2018 verboten.

Hintergrund des Verbots ist die hohe Verletzungsgefahr bei Unfällen.

Frontbügel
Die Frontbügel stehen im Widerspruch zu den Sicherheitsanforderungen Marokkos.

Die Frontbügel bzw. sog. „Bullenfänger“ sollen aus dem Straßenverkehr entfernt werden.

Rabat – Das marokkanische Verkehrsministerium sowie die Verkehrspolizei haben alle Verkehrsämter und technische Überwachungsdienste davon informiert, dass Frontbügel bei Fahrzeugen nicht mehr erlaubt sind. In einem Rundschreiben, das am Freitag, dem 15. Dezember 2018, an alle Verkehrsdienststellen und technischen Überwachungsdienste versandt wurde, wird festgestellt, dass alle Fahrzeuge mit solchem Aufprallschutz keine erneute Zulassung erhalten dürfen. Jedes Fahrzeug, das zur technischen Überprüfung bei den Verkehrsbehörden vorgestellt wird und solche Anbauten besitzt, wird als „nicht verkehrssicher“ bewertet. Der Besitzer wird ggf. aufgefordert die Frontbügel zu entfernen und sein Fahrzeug erneut vorzustellen. Neufahrzeuge bekommen mit Frontbügel keine Zulassung zum marokkanischen Straßenverkehr. Diese Regelung tritt am 01. Januar 2018 in Kraft.

Folgen für die Praxis.

In der Praxis bedeutet dies, dass jedes Kraftfahrzeug, das einer technischen Überprüfung unterzogen wird, ob routinemäßig oder vor der Zulassung, gezwungen ist, diese Ausrüstung zu entfernen, wenn es eine Fahrgenehmigung erhalten will. Karim Adib, Leiter der Nationalen Prüf- und Zertifizierungsstelle, antwortete gegenüber Telquel, dass „dies das Vorrecht der DGSN (Direction générale de la Sûreté nationale, Staatspolizei Marokkos) oder der Royal Gendarmerie ist, solche Regelungen festzulegen“. Unklar ist aber, ob in der Zeit bis zum nächsten Prüfterminen die Nutzung erlaubt bleibt. Der Regelung ist nicht zu entnehmen, ob eventuell Bußgelder oder andere Strafen drohen, wenn man die Frontbügel weiter nutzt, bis man diese entfernen muss. Nur wenn die Nutzung im Straßenverkehr untersagt wird, werden die Frontbügel auch verschwinden. Ebenso unklar ist es, wie die Folgen bei einem Verkehrsunfall gewertet werden, wenn PKWs mit Frontbügel involviert sind. Für Fahrer von Fahrzeugen mit Zulassungen außerhalb Marokkos ist keine Wirkung zu erkennen. Auch hier hat das Rundschreiben keine Informationen anzubieten. Es ist aber zu erwarten, dass Fahrzeuge aus dem Ausland, die in Marokko verbleiben sollen, unter diese Regelung fallen.

Hintergrund des Verbots ist die hohe Verletzungsgefahr bei Unfällen.

Die Frontbügel sind in Deutschland und in weiten Teilen Europas schon seit Jahren bei Neuzulassungen verboten. Ähnlich wie in Europa scheint auch Marokko erkannt zu haben, dass die sog. Bullenfänger ein erhebliches Verletzungsrisiko mitbringen. Insbesondere wenn Motorradfahrer oder Fußgänger involviert sind. Das Verkehrsministerium legt sich hier klar fest. „Die Frontbügel stehen im Widerspruch zu den Sicherheitsanforderungen Marokkos. Sie stellen eine reale Gefahr dar, die zu schweren Verletzungen der schwächsten Verkehrsteilnehmer führen kann.“ Nach Angaben des Verkehrsministeriums sind bei allen Verkehrsunfällen, bei denen „schwächere“ Verkehrsteilnehmer involviert waren ca. 52% der PKWs mit Frontbügeln ausgestattet, darunter 28% Fußgänger- und 24% Motorradunfälle.

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