Marokko – Gedenken an Unabhängigkeitsmanifest – König sprich Begnadigungen aus.

König Mohammed VI. spricht 756 Begnadigungen zum Feiertag aus.

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Rabat
Marokkanische Hauptstadt Rabat mit Flaggen

Unabhängigkeitsbewegung forderte am 11. Januar 1944 Freiheit für alle Marokkanerinnen und Marokkaner.

Rabat – Das Königreich Marokko erinnert sich jedes Jahr an die offizielle Bekanntgabe des marokkanischen Unabhängigkeitsmanifests. Am 11. Januar 1944 überreichte die marokkanische Unabhängigkeitsbewegung den Vertretern des französischen Protektorats ein Manifest, in dem sie für das Land die Unabhängigkeit einforderten. Über Jahrzehnten war Marokko besetzt durch Frankreich und Spanien. Zahlreiche Vertreter der marokkanischen Führung und Eliten sowie sozialer Gruppen unterzeichneten, gemeinsam mit dem Sultan Mohammed Ben Yusuf, dem späteren König Mohammed V., ein Manifest und übergaben es an alle Vertreter ausländischer Mächte im Land. König Mohammed V. verlas das Manifest öffentlich und setzte sich damit offiziell an die Spitze der Unabhängigkeitsbewegung.

König
Verstorbener König Mohammed V.

Damit erreichte der Kampf, um die Souveränität Marokkos, einen ersten Höhepunkt. Es sollte noch bis 1956 dauern, bis die Unabhängigkeit erlangt werden konnte. Der 11. Januar eines jeden Jahres ist in Marokko ein offizieller Feiertag. Entsprechend sind alle Behörden, Schulen und sonstigen Einrichtungen geschlossen. Auch Unternehmen und Geschäfte schließen teilweise.

König Mohammed VI. spricht 756 Begnadigungen zum Feiertag aus.

Anlässlich der Gedenkfeier zur Veröffentlichung des Unabhängigkeitsmanifests hat König Mohammed VI., am Abend des 10. Januar 2020, 756 straffällig gewordene Personen begnadigt, die von verschiedenen Gerichten des Königreichs verurteilt worden waren, so eine Pressemitteilung des Justizministeriums.

König Mohammed VI.
König Mohammed VI. von Marokko

Nach Angaben des Justizministeriums wurden 493 Inhaftierte Empfänger einer Begnadigung:

Nach Angaben des Justizministeriums wurden 493 Inhaftierte Empfänger einer Begnadigung:

  • 17 Häftlinge profitierten von der Begnadigung hinsichtlich ihrer verbleibenden Haftstrafen.
  • Bei 475 Häftlingen wurde die Haftstrafe reduziert.
  • Die lebenslange Haftstrafe von 1 Insassen wurde in eine begrenzte Haftstrafe umgewandelt.

Die Zahl der Freigänger, die von der Begnadigung profitieren, beträgt 263:

  • 91 Personen profitierten von der Begnadigung hinsichtlich ihrer Freiheitsstrafe.
  • 25 Personen wurden im Rahmen ihrer Freiheitsstrafe begnadigt, während ihre Geldstrafen beibehalten wurden.
  • 9 Personen wurden sowohl über ihre Haft- als auch über ihre Geldstrafen begnadigt.
  • Bei 138 Personen wurden die Geldstrafen aufgehoben.

Der König begnadigt regelmäßig anlässlich religiöser und großer nationaler Feierlichkeiten.

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