Marokko – Gewalt bei Sitzstreik von Vertragslehrern vor dem Parlament.

Regierung hält den Streik für „ungerechtfertigt“.

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Demonstranten
Sicherheitskräfte gehen gegen Demonstranten vor

Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer und Schlagstöcke ein, um Proteste zu beenden.

Rabat – In der vergangen Nacht vom 23. Auf den 24. März versammelten sich mehrere tausend Demonstranten vor dem marokkanischen Parlament in Rabat, um einen Sitzstreik durchzuführen. Bei den Demonstranten handelt es sich um sog. Vertragslehrer, die im Angestelltenverhältnis unterrichten und seit Monaten dafür demonstrieren sowie streiken, um in den regulären Staatsdienst (Beamtenstatus) übernommen zu werden. Dies verweigert die marokkanische Regierung, die den Überhang an Beamten reduzieren will. Die Nacht von Samstag auf Sonntag war in Rabat eine sehr lange und hektische. Die demonstrierenden Vertragslehrer versammelten sich bei Einbruch der Dunkelheit an der Avenue Mohammed V.

Behörden verhandelten über das Ende des Sitzstreiks.

Nach einigen Stunden, so die Informationen von TelQuel Arabi, die von einem Mitglied der Organisationsgruppe der Vertragslehrer stammen sollen, „haben die Behörden Verhandlungen mit den Demonstranten aufgenommen, um den Sitzstreik zu beenden“, und sollen ihnen Transportkapazitäten angeboten haben, um sie an ihren Wohnort zu bringen.

Aus der gleichen Quelle soll hervor gegangen sein, dass die Lehrer den Vorschlag der Behörden, die gewarnt hatten, dass sie im Falle der Nichtauflösung den Sitzstreik mit „Zwangsmittel“ beenden würden, nicht angenommen haben.

Nach der Verwarnung, gegen zwei Uhr morgens, machten die Behörden ihre Ankündigung war, indem sie Schlagstöcke und mindesten zwei Fahrzeuge mit Wasserwerfern einsetzten. Dabei sollen mehrere Demonstranten verletzt worden sein. Nach dem Einsatz der Sicherheitskräfte zerstreuten sich die Vertragslehrer, einige gingen zum Hauptsitz einiger Gewerkschaften, während andere die Nacht in den Straßen der Hauptstadt verbrachten.

Regierung hält den Streik für „ungerechtfertigt“.

Die Regierung nannte über ihren Sprecher Mustapha El Khalfi die Demonstrationen der angestellten Vertragslehrer und den dreiwöchigen Streik für „ungerechtfertigt“.

Regierungssprecher
Regierungssprecher Mustapha Khalfi

„Der Streik ist nicht mehr gerechtfertigt, außer wenn politische Ziele verfolgt werden, die nichts mit den Interessen der Lehrer zu tun haben, um nämlich Unordnung auf den öffentlichen Straßen zu schaffen“, sagte er letzten Donnerstag. Seit Februar streiken die Vertragslehrer, um ihre Aufnahme in den allgemeinen Beamtenstatus zu fordern. Dieser Streik setzt sich trotz 14 Änderungen fort, die vom Ministerium für nationale Bildung am 9. März angekündigt und am 13. März vom Lehrerverband angenommen wurden. Den Lehrern geht es nicht um das Gehalt, denn da sind sie bereits mit den älteren Lehrkräften gleichgestellt. Es geht um Pensionsansprüche und Kündigungsschutz. Hier sind die verbeamteten Lehrer bessergestellt.

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