Marokko – Halbe Million Sinopharm COVID-19 Impfstoffdosen angekommen.

China lässt Marokko bei Impfkampagne hängen.

1214
Royal Air Maroc
Quelle marokkanisches Außenministerium - Flugzeug der Royal Air Maroc nimmt Impfstofflieferung auf.

Chinesischer Pharmakonzern hält weiterhin seine Lieferzusagen nicht ein, mit direkten negativen Folgen für die Impfkampagne.

Casablanca – Am gestrigen Freitagmorgen kamen 500.000 neue Dosen des chinesischen COVID-19 Impfstoffs von Sinopharm am Flughafen Mohammed-V in Casablanca an. Dies ist erst insgesamt die fünfte Lieferung von Sinopharm, die Marokko erreicht, womit sich die Gesamtmenge der vom chinesischen Pharmakonzern erhaltenen Dosen auf bisher 2,5 Millionen erhöht. Anfang dieser Woche, am 26. April, waren bereits 500.000 Dosen auf dem Flughafen Mohammed-V in Casablanca eingetroffen.

Wenige als 10 Mio. COVID-19 Impfdosen bisher in Marokko angekommen.

Für den Zeitraum zwischen April und Mai hatte Sinopharm zugesagt, dass man ca. 10 Mio. Dosen liefern würde. Dies gab Li Zhanshu, Präsident des Nationalen Volkskongresses von China, bei einem Gespräch mit Habib El Malki, Präsident des Repräsentantenhauses, am 7. April bekannt. Bisher sind gerade mal eine Million Dosen geliefert worden. Somit wartet man in dem nordafrikanischen Königreich, auf ca. neun Mio. Dosen.

Sinopharm
Chinesischer COVID-19 Impfstoff des Herstellers Sinopharm

Bislang hat Marokko insgesamt ca. 9,8 Millionen Dosen von drei Lieferanten erhalten. Zusätzlich zu den 2,5 Millionen Dosen des Impfstoffs von Sinopharm wurden 7 Millionen Dosen des vom Serum Institute of India hergestellten Impfstoffs von AstraZeneca für die Impfkampagne verwendet. Die letzte Lieferung aus Indien fand am 24. Februar statt, wobei eine Million Dosen eingegangen sind. Schließlich wurden am 8. April im Rahmen des UNO Covax-Programms 300.000 Dosen von AstraZeneca angeliefert, die vom koreanischen Unternehmen SK Bioscience hergestellt wurden.

China lässt Marokko bei Impfkampagne hängen.

Marokko hatte bei seiner Impfkampagne vor allem auf China gesetzt. Mit dem Pharmakonzern Sinopharm ist man daher frühzeitig in eine Kooperation eingetreten und war in Nordafrika einer der wichtigsten Partner, bei der Erprobung des COVID-19 Impfstoffes. In einem Kooperationsabkommen war auch zugesagt, dass Sinopharm eine Impfstoffproduktion nahe Casablanca aufbauen würde, von der aus, der marokkanische Bedarf gedeckt werden sollte und auch andere afrikanische Länder beliefert werden könnten. Bestellt hatte Marokko alleine von Sinopharm 40 Mio. Dosen. Weitere 26 Mio. Dosen sollten von AstraZeneca kommen. Im Vertrauen auf die Lieferzusagen hatte der marokkanische Gesundheitsminister öffentlich darüber spekuliert, dass die Menschen den für Muslime heiligen Monat Ramadan ohne ernsthafte Beschränkungen begehen könnten. Über Wochen befand sich das Land unter den Top 10 Ländern, wenn es um den geimpften Bevölkerungsanteil ging. Von der anfänglichen Dynamik der auch international gelobten Impfkampagne, ist nicht mehr viel zu sehen, weil kein Impfstoff mehr verlässlich und ausreichend geliefert wird. Alternative Lieferanten wie Johnson & Johnson sowie auch Sputnik V haben noch nichts geliefert.

Marokko – Ramadan ohne Gesundheitsnotstand

Empfohlener Artikel