Marokko – Illegaler Sandabbau geht in Tétouan weiter und Proteste mehren sich.

Kriminelle Banden umgehen Hindernisse durch Nutztiere und kleinen Geländefahrzeugen.

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Strand
(c) MAGHREB-POST GmbH - Strand und Bucht in Marokko

Trotz errichteter Barrieren findet in der Provinz Tétouan der illegale Abbau von Sand weiter statt. Es besteht die Gefahr, dass schöne Strände durch die Sandmafia zerstört werden und Umweltschäden verbleiben.

Tétouan – In den letzten 20 Jahren wurden Milliarden von marokkanischen Dirhams in den Ausbau der Infrastruktur im Norden und Nordosten des nordafrikanischen Königreichs Marokko investiert. Ziel dieser Investitionen war die Erschließung von touristischen Potentialen an der Mittelmeerküste, die über traumhafte Strände verfügt. Doch zahlreiche Umweltschützer und Bewohner sehen die Entwicklung in der Region bedroht.

Die sog. Sandmafia plündert weiterhin die Strände, v. a. nachts, obwohl die Behörden von Tétouan Maßnahmen ergriffen haben wollen. Dieser illegale Abbau hat zerstörerische Auswirkungen auf die Umwelt, auf die die Tageszeitung Al Akhbar in einem Artikel aufmerksam macht.

Die zuständigen Behörden der Provinz Tétouan haben Gräben ausgehoben und Barrieren errichtet, um den Sanddiebstahl zu unterbinden, doch die sog. Sandmafia agiert weiterhin ungestraft, betont die Tageszeitung.

Kriminelle Banden umgehen Hindernisse durch Nutztiere und kleinen Geländefahrzeugen.

Die Tageszeitung Al Akhbar berichtete in ihrer Ausgabe vom Mittwoch, 16. November, dass Sandräuber nachts mit Eseln und dreirädrigen Motorrädern arbeiten, um Strände zu plündern. In den letzten Tagen wurden die von der Gemeinde Larache errichteten Sandbarrieren an den Stränden „Miami“ und „PLaya“ heftig kritisiert und deren Wirksamkeit in Frage gestellt.

Angesichts der widersprüchlichen Ergebnisse des Baus von Barrieren bzw. Sperren und des Baggerns von Gräben sollten härtere Maßnahmen ergriffen bzw. durchgeführt werden, betonen laut der Tageszeitung Beobachter. Auch eine umfassende Untersuchung zur Verfolgung der Nutznießer wird gefordert. Zu diesem Zweck sollten die Archive nach früheren Ermittlungen durchforstet werden, in denen vermutet wurde, dass einige gewählte Amtsträgerinnen und Amtsträger in diesen Handel verwickelt waren und ggf. noch sind.

Anklage gegen Steinbruchbetreiber gefordert.

Die Tageszeitung Al Akhbar weist darauf hin, dass auch die Betreiber der privaten Steinbrüche an den Stränden von Sidi Abdeslam wegen Betrugs angeklagt werden sollten. Der Grund dafür sei, dass die Genehmigungen für den Sandabbau gesetzlichen Verfahren unterliegen, deren Einhaltung streng überwacht werden müsse. Dies seien Grundvoraussetzungen für den Schutz der Umwelt und die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften. Bekanntlich hätten die Nachrichtendienste detaillierte Berichte über Verdachtsmomente gegen verschiedene Führungskräfte öffentlicher Einrichtungen und Politiker erstellt, bei denen eine indirekte Verwicklung in den Sandabbau zu vermuten werde, so Al Akhbar weiter.

Sie sollten besonders besorgt darüber sein, dass die Umweltauswirkungen im Gebiet von Sidi Abdeslam verheerend seien und dass die Anwohner gegen die Nähe der Ausbeutung zu ihren Wohnorten protestierten. Diese illegale Ausbeutung bedrohe die Grundlagen der Umwelt und berge die Gefahr schwerwiegender Überschwemmungen, zumal das Gebiet in Küstennähe liege und häufig Ostwinden mit hohen Wellen ausgesetzt sei.

Marokko – Bauboom treibt illegalen Sandabbau.

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