Marokko – Interreligiöse Verständigung im Fokus des Besuchs von US-Sonderbeauftragte Lipstadt

Förderung des Projekts DAKIRA

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Königreich Marokko sei ein Modell für interreligiöse Koexistenz und Verständigung, betont Sondergesandte Lipstadt in Tanger

Tanger – Die US-Sondergesandte des State Departments (US- Außenministeriums) für den Kampf gegen Antisemitismus besucht derzeit Marokko.

Am vergangenen Donnerstag betonte Sondergesandte Deborah Lipstadt, die US-Sonderbeauftragte für die Überwachung und Bekämpfung des Antisemitismus ist, in Tanger, dass Marokko ein Modell für Koexistenz und Toleranz zwischen den Religionen sei.

Dies sagte sie, laut der staatliche marokkanische Nachrichtenagentur MAP, bei einem Treffen mit Studentinnen und Studenten des Masterstudiengangs „Stadt- und Fremdenführer“ am Internationalen Hochschulinstitut für Tourismus in Tanger (ISITT). Sonderbotschafterin Lipstadt erklärte weiter, dass die Geschichte der Juden im Königreich zeige, dass sie wirklich Teil der marokkanischen Gesellschaft seien.

Die US-Diplomatin habe weiter die antisemitischen Bemühungen Marokkos gelobt. Sie habe darauf hingewiesen, dass die jüdische Komponente aus ihrer Sicht schon immer Teil der marokkanischen Identität und Kultur gewesen wäre.

Förderung des Projekts DAKIRA

Dieser Besuch ist Teil des Projekts „DAKIRA“. Es wird von der US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID) finanziert und von der Vereinigung Mimouna umgesetzt.

Frau Lipstadt habe weiter betonte, wie wichtig es sei, den sog. interreligiösen und interkulturellen Dialog zu fördern, Wissen zu teilen bzw. Vorurteile zu bekämpfen. Sie habe unterstrichen, dass Marokko ein Partner im Kampf gegen den Antisemitismus sei.

Abdou Ladinou, Leiter der hebräischen Studien an der Mimouna Association, habe seinerseits betontet, dass der Besuch von Lipstadt am ISITT eine Gelegenheit sei, sich mit den Studentinnen und Studenten über verschiedene Themen im Zusammenhang mit dem interkulturellen Dialog, der Verankerung der Juden in der marokkanischen Gesellschaft und dem Kampf gegen Antisemitismus und Hass sowie über Toleranz und Respekt gegenüber anderen Religionen auszutauschen.

Der Direktor des ISITT, Adnane Afquir, betonte seinerseits, dass die US-Diplomatin ein Treffen mit dem pädagogischen und administrativen Stab des Instituts sowie ein Treffen mit den Studenten des spezialisierten Masterstudiengangs „Guide des villes et des circuits touristiques – Patrimoine judéo marocain“ gehabt habe, um sich über Fragen im Zusammenhang mit dem Zusammenleben, der Toleranz und dem Respekt gegenüber anderen Religionen auszutauschen.

Dies geschähe in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Tourismus und USAID. Er erklärte, dieser Kurs ziele darauf ab, den Studentinnen und den Studenten Kenntnisse bzw. Fähigkeiten im Bereich des jüdischen Tourismus zu vermitteln. Das Institut sei schon immer ein Ort des Austauschs, des Zusammenlebens und der kulturellen Vielfalt gewesen, da es jedes Jahr Studentinnen und Studenten aus mehr als 25 Ländern aufnehme.

Gemeinsam arbeiten USAID und die Mimouna Association im Rahmen des DAKIRA-Projekts an der Entwicklung und Umsetzung eines gemeinschaftlichen Ansatzes zur Bewahrung der multikulturellen Geschichte Marokkos.

Während ihres Besuchs im Königreich Marokko nahm Lipstadt an einem Empfang im US-Generalkonsulat in Tanger mit Mitgliedern der jüdischen Gemeinde des Königreichs teil. Sie traf sich auch mit dem Minister für auswärtige Angelegenheiten, afrikanische Zusammenarbeit und Auslandsmarokkaner, Nasser Bourita.

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