Marokko – Keine bestätigte Coronavirus – Infektion.

Keine Beschränkungen für Reise- und Warenverkehr bei zugleich erhöhter Überwachung.

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Gesundheitsministerium
Quelle MAP - Sitz des marokkanischen Gesundheitsministeriums in Rabat.

Gesundheitsministerium bestätigt 19 Verdachtsfälle und beklagt unwahre Spekulationen in den sozialen Medien.

Rabat – Das marokkanische Gesundheitsministerium stellte sich heute Mittag in einer organisierten Pressekonferenz den Fragen der Journalisten. Die Pressekonferenz wurde eingerichtet, weil am gestrigen Mittwoch Nachrichten kursierten, wonach auch in Marokko der erste Coronavirus – Fall aufgetreten sei. Mohamed Lyoubi, Direktor für Epidemiologie und Kampf gegen Seuchen im Gesundheitsministerium, machte deutlich, dass es in Marokko keinen identifizierten Fall gegeben hat. Bereits in einer vorab über die marokkanische – staatliche Nachrichtenagentur MAP verbreitete Pressemeldung, bestätigte das Gesundheitsministerium gestern 17 Verdachtsfälle. In der heutigen Pressekonferenz wurden 19 Verdachtsfälle genannt. Die durchgeführten Tests ergaben aber bisher keine Coronavirus – Infektion. Das Ministerium fordert die Bürger und die Medien sowie alle Beteiligten auf, keine Vermutungen zu äußern oder Gerüchte über das Coronavirus zu verbreiten, und betont, dass nur die zuständigen Behörden befugt sind, Informationen über die epidemiologische Situation im Königreich herauszugeben.

Erste Person wegen Falschmeldungen verhaftet.

Am gestrigen Mittwoch verhaftete die Polizei in Tétouan einen Mann, der in einem Video, dass er in den sozialen Medien verbreitet hatte, vermeintlich darüber berichtete, dass man in seiner Stadt zwei mit dem Coronavirus infizierte Fälle identifiziert habe. Das Video habe, unter der Bevölkerung unnötig für Besorgnis gesorgt, obwohl es sich, um eine Falschmeldung gehandelt habe. In diesem Zusammenhang verurteilte der Präsident der Karama-Vereinigung zur Verteidigung der Menschenrechte, Hassan Kbayo, diese Art von unverantwortlichem Verhalten. Der Beamte forderte die Behörden außerdem auf, jeden zu bestrafen, der falsche Informationen zu diesem Thema verbreitet. In diesem Zusammenhang sagte Herr Mohamed Almou gegenüber Le Site info, dass sich diese „Informanten“ wahrscheinlich für ihre Handlungen vor den Gerichten verantworten werden. Der Vertreter der Anwaltskammer von Rabat warnte auch davor, dass das Gesetz in solchen Fällen kompromisslos ist. Es drohen bis zu drei Jahre Gefängnis und Schadensersatzansprüche.

Coronavirus
Mann wegen Falschmeldung Coronavirus verhaftet

Marokkanisches Gesundheitsministerium sieht sich gut aufgestellt.

Mohamed Lyoubi versicherte, dass das Gesundheitsministerium bereit sei, wenn ein Fall im Königreich bestätigt werde würde. Die Aufmerksamkeit im Land ist nochmals angewachsen, nachdem rund ums Mittelmeer und in den direkten Nachbarländern Spanien und Algerien bestätige Fälle gemeldet wurden.

Gerade aus Spanien und aus Italien reisen viele Menschen nach Marokko. In beiden Ländern leben mehrere Hunderttausend Marokkanerinnen und Marokkaner, auch in der Region Mailand, die derzeit eine hohe Zahl von Infektionen bestätigt hat.

Herr Lyoubi erklärte, dass sich die nationalen Pläne um 4 Achsen drehen, nämlich:

  1. Stärkung der Aufmerksamkeit- und Überwachungsaktivitäten im Hinblick auf die Früherkennung von Kontaminationsfällen;
  2. Verantwortung übernehmen und die Infektion kontrollieren, um eine Ausbreitung zu vermeiden;
  3. Vorbereitung der Laboratorien, damit diese die Analysen schnell durchführen können;
  4. Kommunikation mit Gesundheitsbeamten und der Öffentlichkeit.

Keine Beschränkungen für Reise- und Warenverkehr bei zugleich erhöhter Überwachung.

Das marokkanische Gesundheitsministerium halte sich an die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO. Zwar habe die WHO die Warnstufe heraufgesetzt, dies bedeute aber nicht automatisch Beschränkungen für den freien Reiseverkehr oder für Waren aus aller Welt. Dennoch überwache Marokko die Einreisepunkte. „Wir haben auch die epidemiologische Überwachung von Influenza und Infektionen der Atemwege verstärkt und Gesundheitskontrollen an den Grenzen (Häfen, Flughäfen und Landeintrittspunkten) eingeführt. Bei den überprüften Personen handelt es sich hauptsächlich um Menschen, die aus den Regionen und Ländern wie China, Südkorea und Italien stammen, in denen sich das Virus verbreitet hat.“ … „Eine Gesundheitskarte wird in Flugzeugen an alle Passagiere verteilt. Sie ermöglicht es uns, die Herkunft jedes Reisenden zu kennen und diejenigen, die aus den drei genannten Ländern ankommen, leicht zu identifizieren“, erklärt der Direktor für Epidemiologie weiter.

بث مباشر للندوة الصحفية لوزارة الصحة حول مستجدات الوضعية الوبائية المرتبطة بفيروس كورونا المستجد بالمغرب والعالم

Gepostet von Ministère de la Santé du Royaume du Maroc Page_Officielle am Donnerstag, 27. Februar 2020

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