Marokko – Keine königliche Geburtstagsfeierlichkeiten mehr.

Hinweise auf Senkung des Aufwandes für Zeremonien.

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König
Quelle MAP - König Mohammed VI. von Marokko

König Mohammed VI. ändert Protokoll und sagt offizielle Geburtstagsfeierlichkeiten ab.

Rabat – Am 21. August wird alljährlich der Tag des Jugend und der Geburtstag von König Mohammed VI. gefeiert. In einer Erklärung des königlichen Palastes, die über die marokkanische – staatliche Nachrichtenagentur MAP veröffentlicht wurde, wird die Öffentlichkeit darüber informiert, dass der König eine Änderung des Protokolls angewiesen hat. Zukünftig sollen keine offiziellen Zeremonien zum Geburtstag von König Mohammed VI. mehr stattfinden. Das königliche Kabinett informierte darüber, dass diese Regelung bereits für den anstehenden Geburtstag in der nächsten Woche gilt.

Tag der Jugend und traditionelle Rede nicht angesprochen.

In der Erklärung wurden die begleitenden Veranstaltungen und Zeremonien zum Tag der Jugend nicht erwähnt, so dass davon ausgegangen werden kann, dass diese stattfinden. Am Geburtstag des Königs feiert Marokko die eigene Jugend und ihre Bedeutung für das Land, als Träger und Symbol der Zukunft. Vor dem Tag der Jugend spricht traditionell der marokkanische König im Fernsehen und Rundfunk zu den Bürgerinnen und Bürger. Auch hier ist davon auszugehen, dass diese Ansprache stattfinden wird. Die jetzige Ankündigung könnte als Ausdruck gewertet werden, dass nicht nur die Ministerien und Regierungsmitglieder ihre Ausgaben kritisch hinterfragen müssen, sondern auch der Palast. Dabei will der König auch einen persönlichen Schritt tun.

Hinweise auf Senkung des Aufwandes für Zeremonien.

Erst vor wenigen Wochen hatte der König angewiesen, dass es zu seinem 20. Thronjubiläum keine Ausweitung der geplanten Feierlichkeiten geben solle. Die öffentlichen Termine des marokkanischen Königs sind, insbesondere zu religiösen oder stattlichen Feierlichkeiten, mit einem aufwändigen Auftritt verbunden. Aber auch ganz einfache Termine, wie die Eröffnung eines Krankenhauses oder einer Schule werden von einer großen Anzahl Begleitpersonen und einer Einheit der königlichen Wache begleitet. Ein Aufwand, der bei den Menschen immer weniger gut ankommt und auch hohe Kosten verursacht. Für das Bild einer Monarchie sind solche symbolischen Auftritte wichtige, auch im Sinne eines romantischen Images für den Tourismus, aber gerade die Jugend betrachtet diese Auftritte zunehmenden als Beweis der Entfremdung der Monarchie von den Bedürfnissen des einfachen Volks. Zwar gilt der König Mohammed VI. immer noch als Monarch zum Anfassen, der gerne auch mal die direkte Berührung mit den Menschen sucht, aber weit weniger, als zu seinen Anfangsjahren.

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