Marokko – Klimawandel beschert heißestes Jahr seit Wetteraufzeichnung.

Einbußen in der Landwirtschaft durch Trockenheit und ungewöhnliche Wetterereignisse.

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Klimawandel
Hohe Temperaturen häufen sich.

Das Jahr 2020 hat sich im Vergleich durch einen milden Winter, einem Mangel an Niederschlägen (Regen und Schnee) und sehr hohen Temperaturen im ganzen Land ausgezeichnet.

Rabat – Das nordafrikanische Königreich Marokko bekommt den Klimawandel zunehmend zu spüren. Das vorherige Jahr 2020 war das heißeste Jahr, das jemals in Marokko aufgezeichnet wurde. Damit hat das Jahr 2020 die bisherigen Rekordhalter 2017 und 2010, mit einer landesweiten jährlichen durchschnittlichen Temperaturabweichung von +1,4 °C im Vergleich zum klimatologischen Durchschnitt über den Zeitraum 1981-2010, abgelöst, meldet die Generaldirektion für Meteorologie in einer Pressemitteilung, die über die staatliche Nachrichtenagentur MAP veröffentlicht wurde.

Wetter
Generaldirektion für Meteorologie

Neue Rekordtemperaturen und schwere Regendefizite

Der trockenste Monat war der Februar 2020. Zugleich war der Juli ein extrem heißer Monat mit rekordverdächtigen Temperaturen in mehreren Städten.

In der Königsstadt Féz stiegen beispielsweise die durchschnittlichen – monatlichen Höchsttemperaturen im Februar bzw. Juli mit 23,78 °C bzw. 40,4 °C um +2,24 °C bzw. +2,15 °C im Vergleich zu früheren Jahren.

Besonders warm war der Februar in Mohammedia. Dort wurde die Durchschnittstemperatur im Monat Februar mit 22,28 °C gemessen.

Die Gesamtjahresniederschlagsmenge erwies sich im ganzen Land als defizitär. Nördlich der für ihre hohen Temperaturen bekannten Königsstadt Marrakech lag das Niederschlagsdefizit im Vergleich zu den Vorjahren bei ca. 50 %. In der Region Souss-Massa und im Anti-Atlas, regnete es praktisch kaum nennenswert. Das Jahr 2020 gehört zu den vier trockensten Jahren seit 1981.

Einbußen in der Landwirtschaft durch Trockenheit und ungewöhnliche Wetterereignisse.

Die weltweit steigenden Temperaturen, die gerade in Afrika und nahe dem Äquator schneller ansteigen, als im Norden der Erde, verursachen nicht nur Dürren, sondern auch meist zerstörerische Wettereignisse und wirken sich in Marokko zugleich auf die Landwirtschaft aus.

Das Landwirtschafts- bzw. Erntejahr, das sich von September 2019 bis August 2020 erstreckte, wies ein Niederschlagsdefizit von rund -33 % auf, dass die nationale Getreideproduktion um -39 % im Vergleich zu 2018-2019 und einen Rückgang von -57 % im Vergleich zu einem durchschnittlichen Jahr beeinträchtigte. Die Landwirtschaft ist der Primärsektor der marokkanischen Volkswirtschaft.

Ernteausfällen
Dürre – Ernteausfälle beim Getreide erwartet.

Marokko hat mehrere extreme Wetterereignisse erlebt, die große Schäden verursacht haben. Zu diesen Phänomenen gehörten, neben der sommerlichen Hitzewellen, schwere Gewitter, starke Winde mit Böen von 100 km/h und Hagelstürme, die in der Region Saiss und im Mittleren Atlas am 6. Juni 900 Hektar Ernten zerstörten.

Marokko erlebte auch extreme Stürme an der Küste, am 29. Oktober und 5. Dezember 2020, wo 10-Meter-Wellen entlang der Atlantikküste erhebliche Schäden verursachten.

Marokko – Gewitter und Hagelschlag verursacht Schäden in Fés.

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