Marokko – König bei Inkognitofahrt über Straßenzustand in Salé vergärt.

König ist berüchtigt für seine überraschenden Kontrollen.

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Angriff
König Mohammed VI. von Marokko

Überraschend soll König Mohammed VI. die Arbeiten rund um die neue Marina in Salé kontrolliert haben und über den Zustand der Straßen vergärt gewesen sein.

Rabat – König Mohammed VI. soll nach unbestätigten Medienberichten wieder mal zu einer seinen berüchtigten Inkognitofahrten aufgebrochen sein. Anfang Februar soll die Gegend rund um die Marina in Salé, nahe der Flussmündung des Bou-Regreg, sein Ziel gewesen sein. Eine sehr wichtige Straße in Salé, Avenue Sidi Ben Acher, ist nun gesperrt und wird in den kommenden Tagen saniert, berichtet die Tageszeitung Assabah und betont, dass die Beschleunigung der Sanierungsarbeiten auf einen Nachtbesuch von König Mohammed VI. zurückzuführen sei.

Am 10. Februar 2021 wäre der Herrscher an dieser Straße vorbeigefahren. Während seiner Besichtigungstour soll er in der Nähe des Salihine-Marktes angehalten haben, um mit einem Nachtwächter vor Ort zu sprechen. Anschließend passierte er den Yachthafen von Salé und den Stadtteil Bettana, bevor er weiter nach Fés gefahren sein soll. Im Zusammenhang mit diesem Besuch sei die betreffende Verkehrsader in beiden Richtungen nun gesperrt und mit den Arbeiten begonnen worden, die sicherlich einige Tage in Anspruch nehmen werden, wie aus einer vorläufigen Stellungnahme hervorgeht, die von der Tageszeitung eingesehen werden konnte.

Salé
quelle Google Maps – Flußmündung des Bou-Regreg, der die beiden Schwesterstädte Rabat und Salé trennt.

Großprojekt Rabat – Salé

Seit Jahren werden die beiden Schwesterstädte Rabat und Salé saniert und modernisiert. Entlang der Flussmündung des Bou-Regreg soll auf beiden Seiten ein völlig neues Stadtviertel entstehen, dass die marokkanische Hauptstadt zu einem neuen modernen kulturellen Zentrum in Nordafrika machen soll. Neben der Königsstadt Marrakech, die weiterhin für die historischen Bezüge zum Orient stehen soll, ist es das Ziel, aus Rabat und Salé ein Zentrum für die moderne Kultur zu machen. Neben dem Yachthafen Marina Salé baut man aktuell an einer der größten Philharmonien der islamischen Welt und an dem größten Büroturm Afrikas (BMCE Gebäude). Aber auch die Altstadt in Rabat und in Salé werden saniert und der Flughafen Rabat-Salé erhält gerade ein neues modernes Terminal. Vor kurzen hat man die Straßenbahnstrecken verlängert sowie neue Busse angeschaft. So sollen auch Wochenendtouristen aus Europa und dem Nahen Osten angelockt werden.

König ist ein Salaoui

König Mohammed VI. lebt privat nicht in der offiziellen Landeshauptstadt Rabat, sondern in Salé in seiner seit Junggesellenzeiten bewohnten Residenz unmittelbar am Flughafen, weshalb man ihn auch gerne mal als Salaoui bezeichnet, wie die übrigen Bewohner der Stadt Salé nicht selten etwas abfällig von den Hauptstädtern genannt werden.

Die Öffentlichkeit erhielt letztmalig Einblick in die privaten Räume des marokkanischen Monarchen, als er dort Prinz Harry und seine Frau Magan empfing.

Bei seinen Fahrten in den Regierungspalast im Zentrum von Rabat führt ihn sein Weg immer wieder entlang der Großbaustellen in beiden Städten und es soll bereits mehrfach zu Entscheidungen gekommen sein, die nach solchen Abstechern getroffen wurden und zu Abrissarbeiten und Umplanungen geführt haben sollen. Aber nicht nur in Rabat oder Salé schaut der König gerne mal spontan vorbei. Anfang letzten Jahres tauchte er auf einer Großbaustelle 30 Kilometer südlich von Agadir auf, um den Bau eines neuen Tourismuskomplexes zu inspizieren. Dabei entdeckte er und sein Team zahlreiche Verstöße gegen die von ihm genehmigten Baupläne, was zu umfänglichen Abrissarbeiten auch an namhaften Luxushotels führte.

Marokko – Überraschungsbesuch des Königs hat Folgen für Tourismuskomplex.

König ist berüchtigt für seine überraschenden Kontrollen.

Immer wieder tauchen in den sozialen Netzwerken Videos auf, die den König bei Fahrten durch Rabat, Salé, Tanger oder Marrakech zeigen, ohne dass aus den offiziellen Medien bekannte umfangreiche Gefolge. Zu Beginn seiner Amtszeit tauchte er nicht selten völlig ohne Personenschutz z.B. am Hafen von Tanger auf, um die Abfertigung von Touristen und im Ausland lebende Marokkaner zu überwachen, die über Schikanen durch Grenzbeamte klagten. Nach den Terroranschlägen von Casablanca und Marrakech sowie dem intensivierten Kampf gegen Drogenkartellen sowie Terroristen hat sich die Sicherheitslage für den König verschärft, so dass zunehmend von nächtlichen Fahrten des marokkanischen Staatsoberhauptes berichtet wird.

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