Marokko – König spricht 4.764 Begnadigungen aus.

Verurteilte Personen im Zusammenhang mit den Ereignissen von Al Hoceima und Fällen von Terrorismus unter den Begünstigten.

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König Mohammed VI.
König Mohammed VI. von Marokko

Zum 20. Thronjubiläum spricht König Mohammed VI. Begnadigungen aus. Auch Inhaftierte im Zusammenhang mit den Ereignissen von Al Hoceima und Fällen von Terrorismus sind unter den Begünstigten.

Rabat – Anlässlich des 20. Thronjubiläums „begnadigte Seiner Majestät König Mohammed VI.“ insgesamt 4.764 Menschen, die von verschiedenen Gerichten des Landes zu unterschiedlichen Strafen verurteilt wurden. Dies teilte am gestrigen Abend das Justizministerium über die marokkanische – staatliche Nachrichtenagentur MAP mit.

Die Begradigungen sind wie folgt unterteilt:

4.600 inhaftierte Personen sind direkt begünstigt.

Unter ihnen sind 1.916 Häftlinge, deren verbleibenden Haftzeiten erlassen wurde.

Die Haftzeit von 2.477 Gefangene wurde reduziert.

Die verhängte Todesstrafe gegen 31 Personen wurde in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt.

Bei 176 Personen wurde die lebenslange Haftstrafe in eine zeitlich begrenzte Haft herabgestuft.

Weitere 164 Personen, die sich noch auf Kaution und damit nicht bereits in Haft befanden, wurden vollständig begnadigt oder deren Urteile in eine Geldbuße umgewandelt.

Begnadigungen auch aus humanitären Gründen.

In der Erklärung des Innenministeriums heißt es weiter, dass zahlreiche Personen aus humanitären Gründen begnadigt wurden. Insbesondere Menschen mit unheilbaren und schweren Krankheiten oder mit schweren Behinderungen, ältere Menschen, Minderjährige, Schwangere oder Frauen in Begleitung von Kindern sowie Personen, die nun über Zeugnisse verfügen oder während der Haft eine Ausbildung erhalten haben. Sie sollen dazu ermutigt werden sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen und an ihr „vorbildliches Verhalten“ in der Haft anzuknüpfen.

Verurteilte Personen im Zusammenhang mit den Ereignissen von Al Hoceima und Fällen von Terrorismus unter den Begünstigten.

Nach Angaben des Innenministeriums habe der König zugestimmte auch Häftlingen, die im Zusammenhang mit den Ereignissen von Al Hoceima sowie Fällen von Terrorismus verurteilt wurden, zu begnadigen. Voraussetzung war, dass die betroffenen Personen an dem sog. Versöhnungsprogramms (Mussalaha) teilgenommen haben. Dieses soziale Umschulungsprogramm gilt weltweit als vorbildlich im Kampf gegen Extremismus. „Diese königliche Güte gegenüber diesen Gefangenen ist eine Antwort auf Begnadigungsgesuche“, die dem König von diesen Menschen vorgelegt wurden, „die erst dann die königliche Zustimmung erhielten, als die Personen öffentlich ihre Verbundenheit mit den unerschütterlichen und heiligen Werten der Nation und ihrer nationalen Institutionen zum Ausdruck brachten, ihre ideologischen Tendenzen überprüften und Extremismus sowie Terrorismus ablehnten.“

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