Marokko – Konsulat in Antwerpen unter Quarantäne

Anthrax - Alarm - Noch keine Hinweise zu möglichen Tätern.

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Außenministerium
Marokkanisches Außenministerium in Rabat

Weißes Pulver in einem Umschlag löst Anthrax – Alarm im Konsulat von Antwerpen aus.

Rabat – Das marokkanische Konsulat in Antwerpen, Belgien, erhielt am Donnerstag einen verdächtigen Umschlag mit einem weißen Pulver. Die Polizei und der Zivilschutz, die den Verdacht auf Anthrax hatten, begaben sich sofort an den Tatort, wie lokale Medien berichten. In diesem Zusammenhang berichtet das marokkanische Nachrichtenportal Le Site info, unter Berufung auf eine eigene diplomatische Quelle, dass von der belgischen Polizei in Zusammenarbeit mit dem Generalkonsul eine Untersuchung eingeleitet wurde. „Der Inhalt des Umschlags wird in einem Labor analysiert. Das marokkanische  Außenministerium verfolge diesen Fall sehr aufmerksam.“

Der lokale Polizeisprecher Sven Lommaert teilte seinerseits der belgischen Presse mit, dass zum Zeitpunkt der Ereignisse 34 Personen im Konsulat anwesend waren. Acht von ihnen, darunter der Konsul, hatten Kontakt und wurden unter Quarantäne gestellt, bevor sie das Gebäude verlassen durften. Sie müssen jedoch ihren Gesundheitszustand überwachen und im Falle von Komplikationen einen Arzt konsultieren.

Anthrax löst potentiell tödliche bakterielle Infektion aus.

Anthrax kann als biologischer Kampfstoff eingesetzt werden und löst eine potenziell tödliche Infektion, die durch Bacillus anthracis, ein stäbchenförmiges Bakterium, verursacht wird, aus. Das auch als Milzbrand bezeichnete Bakterium kann die Haut, die Lunge oder, seltener, den Verdauungstrakt (Magen-Darm-Trakt) befallen. „Zu den Symptomen gehören Papeln und Blasen (nach Hautkontakt), Atembeschwerden oder Brustschmerzen (nach Einatmen der Sporen), Bauchschmerzen und blutiger Durchfall.“ Durch die optische Nähe im getrockneten Zustand zu einem einfachen weißen Pulver, kann mit einfachen Mitteln ein Anthrax-Alarm ausgelöst werden. Es ist zu hoffen, dass es sich auch hier, um einen unbestätigten Alam handelt und niemand zu Schaden kommen wird.

Noch keine Hinweise zu möglichen Tätern.

Noch ist unklar, ob es sich um Anthrax gehandelt hat. Die Wahrscheinlichkeit ist aber eher gering, da die betroffenen Mitarbeiter und der Konsul das Konsulat bereits verlassen durften und nur noch unter medizinischer Beobachtung stehen. Die belgische Polizei gab noch keine Informationen zu möglichen Absendern des Umschlags und damit Tätern bekannt. In Frage kommen dabei einige Umfelder. Neben ausländerfeindlichen Gruppierungen, kommen auch das Regime und die Monarchie ablehnende marokkanische Umfelder wie auch der Terrorgruppe ISIS nahestehende Gruppen in Betracht. Viele dieser Gruppen sind in Benelux Vertreten.

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