Marokko – Kriminalitätsstatistik 2019 veröffentlicht.

Anstieg bei Verhaftungen – weiterhin hohe Aufklärungsrate

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Polizei
Quelle DGSN - Polizei Marokko

Jahresbericht Kriminalstatistik des DGSN weist erneut eine hohe Aufklärungsrate aus.

Rabat – Die Generaldirektion für Nationale Sicherheit (DGSN) hat ihre jährliche Kriminalitätsstatistik veröffentlicht. Schwerpunkt des Berichts sind Gewalttaten, Drogenhandel, Menschenhandel und illegale Migration. Die Polizei hat im Jahr 2019 insgesamt 639.116 Kriminalfälle bearbeitet und 644.025 Personen verhaftet, darunter 43.008 Frauen und 23.746 Minderjährige.

Anstieg bei Verhaftungen – weiterhin hohe Aufklärungsrate

Das DGSN berichtet, dass es eine „relative Stabilität bei der Aufklärungsrate bei Kriminalfällen von 90,4%“ gegeben hat. Aus Sicht der Sicherheitsdienste ein Ergebnis der „systematisch eingesetzten wissenschaftlich-technischen Polizei“. Ein Schwerpunkt der diesjährigen Tätigkeit war die Fahndung nach gesuchten Personen. Insgesamt wurden 130.680 gesuchte Personen verhaftet. Die Polizei hat 2019 etwa 12% mehr Personen verhaftet als 2018, darunter ca. 5% mehr Minderjährige. Es wurden 3% mehr Anzeigen durch Verbrechensopfer eingereicht.

Rückgang in zahlreichen Bereichen.

Gewaltverbrechen, wie schwere Raubüberfälle und sexuelle Übergriffe, machen 8% der allgemeinen Kriminalitätsrate aus. Bei den Gewaltverbrechen ist ein deutlicher Rückgang von 8,6 % gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Tödliche Übergriffe gingen um 11,2 %, unsittliche Übergriffe um 10,2 %, Diebstahl um 3,4 %, bewaffnete Raubüberfälle um 21 % und Fahrzeugdiebstahl um 7,8 % zurück, stellte das DGSN fest.

26 % der verhafteten irregulären Migranten sind Marokkaner.

Marokko hat seine Bemühungen, zur Bekämpfung krimineller Netzwerke, in den Bereichen Straßendiebstahl, irreguläre (illegale) Migration, Menschenhandel und Fälschung von Geld sowie Dokumenten, verstärkt. Die Polizei hat in diesem Jahr 990 Personen verhaftet, die im Verdacht stehen, Mitglieder in einer von 509 kriminellen Banden im Bereich der Straßenkriminalität zu sein. Außerdem verhaftete sie 505 Organisatoren von irregulärer Migration, die in 62 kriminelle Netzwerke eingebunden gewesen sind, die vor allem Menschenhandel betrieben haben. Die Operationen gegen irreguläre Migration führten zur Verhaftung von 27.317 potentiellen Migranten, darunter 20.141 mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Marokkaner stellten 26% der Verhafteten dar, die versuchten, ohne nötige Dokumente zu migrieren. Das DGSN beschlagnahmte außerdem 3.021 gefälschte Reise- und Ausweisdokumente.

illegale Migration
Quelle DGSN – Beschlagnahmtes Schlauchboot

Drogen sind ein wachsendes Problem für die Sicherheitsbehörden.

Das DGSN verhaftete 2019 mit 12.049 Personen 38% mehr Täter wegen Drogendelikten als 2018. Bei Operationen, die sowohl vom DGSN als auch von anderen Sicherheitseinheiten, wie der Generaldirektion für territoriale Überwachung (DGST), geleitet wurden, konnte die Polizei 179.657 Tonnen Cannabis und dessen Derivate beschlagnahmen. Diese Zahl entspricht einer Zunahme von 127 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr.

Die Polizei beschlagnahmte auch härtere Drogen, darunter 542.455 Kilogramm Kokain, 7.196 Kilogramm Heroin und 1.407.451 psychotrope Tabletten, darunter 974.983 aus Europa importierte Ecstasy-Tabletten.

79 Verhaftete wegen Extremismus, Terrorismus

Die nationale Polizei hilft auch bei den Ermittlungen und Verhaftungen von terroristischen Straftätern. Die Kriminalpolizei hat 79 Personen, die im Verdacht stehen, in Terrorismus und Extremismus verwickelt zu sein, an die Gerichte übergeben.

BCIJ
Bureau Central d’Investigations Judiciaires (BCIJ)

Die Polizei verhaftete außerdem 908 Personen, die in Cyberkriminalität und 353 in Erpressungsfällen verwickelt waren.

Weitere Verhaftungen wie folgt: 168 Personen in Fällen von Korruption und Machtmissbrauch, 234 Personen in Fällen von Veruntreuung und Verschwendung öffentlicher Gelder, 96 Personen in Fällen von Fälschung der nationalen Währung und 59 Personen, die in Betrug und Fälschung von Zahlungskarten verwickelt waren – darunter 38 marokkanische Bürger und 21 europäische und afrikanische Staatsangehörige aus Ländern südlich der Sahara.

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