Marokko – Linke Gruppen protestieren für Menschenrechte und soziale Verbesserungen.

Freilassung von Inhaftierten gefordert.

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Proteste
Quelle Abou rayhan otmazirt - Proteste in Casablanca und Rabat

Protestmärsche in Casablanca und Rabat vereinigen mehrere tausende Menschen.

Rabat –  Am gestrigen Sonntag (23. Februar 2020) riefen die Parteien und Gruppen des linken politischen Spektrums zu Protestmärschen in der marokkanischen Hauptstadt Rabat und in Casablanca auf. In Casablanca sollen diesem Aufruf mehrere Tausend Menschen gefolgt sein. In Rabat sollen es wenige hundert gewesen sein. Die Demonstrationen wurden von der Marokkanischen Sozialfront (FSM) organisiert, einer relativ jungen Bewegung, die aus ca. 30 linken Parteien, Gewerkschaften und zivilen Organisationen besteht. Die Demonstranten wandten sich, gegen die weiter wachsenden sozialen Unterschiede und Ungerechtigkeiten im Land. Zugleich prangerten sie die aktuelle Situation der Menschenrechte an und forderten hier ein Umdenken der Regierung.

Freilassung von Inhaftierten gefordert.

„Dies sind die ersten organisierten Proteste der FSM“, sagte Ali Boutwala, Mitglied des nationalen Büros der FSM, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP und betonte, dass sie auf „die Ablehnung einer antidemokratischen Politik, sozialer Ungerechtigkeiten, des Verfalls der Menschenrechte und einer Politik, die zu einer Verschlechterung der Kaufkraft führte“ abzielten. Die Demonstranten protestierten deutlich gegen Arbeitslosigkeit, hohe Lebenshaltungskosten und den Rückgang der öffentlichen Dienstleistungen und forderten „die Freilassung aller politischen Gefangenen“, insbesondere derjenigen, die bei den Rif-Protesten festgenommen wurden. Zuletzt kam es auch zu Verhaftungen und Verurteilungen von Künstlern sowie Aktivisten, teils zu mehrjährigen Haftstrafen, die sich vor allem in den sozialen Medien kritisch geäußert hatten. Dabei nutzten die Behörden, die oftmals sehr „deutliche“ Wortwahl gegen Institutionen, Regierung oder Verfassungsorgane, um Anklagen zu begründen.

Die Protestmärsche standen im Zusammenhang mit dem Jahrestag der Protestbewegung vom 20. Februar, die Marokko im Jahr 2011 während des arabischen Frühlings erschütterte.

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