Marokko – Marine stopp erneut Flüchtlingsboot durch Beschuss.

Flüchtlingsboot mit ca. 50 Personen besetzt.

Flüchtlingsboot
Flüchtlingsboot auf dem Mittelmeer

Marokkanische Marine stoppt Flüchtlingsboot vor der Küste und verletzt dabei mindestens eine Person.

Rabat – Erneut melden marokkanische Medien, dass die marokkanisch – königliche Marine ein mutmaßliches Flüchtlingsboot gestoppt hat. Dabei soll es heute früh wiederum zu einem gezielten Beschuss gekommen sein. Nach Angaben des marokkanischen Fernsehsenders 2mTV soll dabei mindesten ein Flüchtling verletzt worden sein.

Flüchtlingsboot mit ca. 50 Personen besetzt.

Die marokkanische Marine bestätigt das Aufbringen der Flüchtlinge vor der Küste zwischen Assilah und Laraché, ca. 40 km südlich von Tanger. In dem Flüchtlingsboot sollen sich ca. 50 Personen befunden haben, die illegal nach Europa übersetzen wollten. Nach dem das Boot entdeckt wurde und auf mehrere Aufforderungen zu stoppen nicht reagiert haben soll, wurde es unter Beschuss genommen. Daraufhin stoppte der Bootsführer die Fahrt und alle Flüchtlinge wurden an Bord des Marineschiffs genommen. Alle sind auf das marokkanische Festland zurückgebracht worden.

Unter den Flüchtlingen befand sich auch eine minderjährige männliche Person im Alter von 16 Jahren. Nach Informationen von 2mTV wurde der Jugendliche durch den Beschuss an der Schulter verletzt. Er wird derzeit in einem Krankenhaus in der Hafenstadt Tanger behandelt. Über seinen Zustand ist nichts bekannt. Alle übrigen Passagiere wurden verhaftet. Nach jetzigem Kenntnisstand hatten alle Flüchtlinge die marokkanische Staatsbürgerschaft.

Wiederholt Schüsse auf Flüchtlinge

In den letzten Wochen kam es vermehrt zu Einsätzen der Marine gegen Flüchtlingsboote. Nach eigenen Angaben hat die marokkanisch – königliche Marine, alleine am letzten Wochenende, ca. 31 Flüchtlingsboote mit insgesamt 615 Personen am illegalen Grenzübertritt nach Europa gehindert. Anscheinend geht man aber deutlich entschiedener gegen Flüchtlingsboote vor und scheut auch nicht vor dem Einsatz von Waffen zurück. Erst am 25. September 2018 kam bei einem solchen Einsatz eine junge Marokkanerin ums Leben, als sie durch Schüsse von einem Marineschiff tödlich getroffen wurde.

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Marokko will abschrecken und handelt damit im Sinne Europas.

Marokko verstärkt offensichtlich sein Vorgehen gegen illegale Grenzübertritte nach Europa. Im Land selbst hat man Flüchtlinge, insbesondere aus der Sub-Sahara-Region, von den Küstenstädten ins Landesinnere oder in den Süden des Königreichs transportiert bzw. umgesiedelt. Damit will man den Druck an der Küste reduzieren. Gleichzeitig scheint man durch den gezielten Einsatz von Gewalt, Menschen vor der nicht selten gefährlichen Überfahrt abschrecken zu wollen. Ergänzt wird das Vorgehen, um den Kampf gegen Schleuser. Der Bootsführer vom 25. September 2018 ist spanischer Staatsbürger, der mit der Not und den Hoffnungen junger Menschen Geld verdiente.

Gleichzeitig kommt man Forderungen aus Europa und insbesondere aus Spanien nach, verstärkt gegen Flüchtlingsbewegungen vorzugehen. Der Druck auf die Maghreb-Staaten wächst Flüchtlinge aufzuhalten. Europa handelt nach dem Prinzip „Zuckerbrot und Peitsche“ und setzt das Thema bei Gesprächen mal mehr und mal weniger offen auf die Agenda.

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