Marokko – Marokkaner durch Granate in Tripolis getötet.

UNO beklagt weiterhin Verletzungen des Waffenembargos.

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Außenministerium
Marokkanisches Außenministerium in Rabat

Granatenbeschuss auf die Hauptstadt Tripolis tötet Marokkaner trotz Waffenstillstandsversprechen in Berlin.

Rabat – Wie nah der vermeintlich weit entfernter Bürgerkrieg in Libyen plötzlich kommen kann, erlebt in diesen Tagen eine marokkanische Familie sehr persönlich. Das marokkanische Außenministerium bestätigte Medienberichte, wonach ein marokkanischer Staatsbürger, am vergangenen Samstag in der libyschen Hauptstadt Tripolis ums Leben gekommen ist. Danach sei der namentlich nicht genannte Marokkaner durch Granatenbeschuss getötet worden. Nach Angaben des Außenministeriums in Rabat wurde Marokko über den Tod des Marokkaners durch die tunesische Regierung informiert. Das tunesische Außenministerium informierte dabei die marokkanische Botschaft in Tunis, die auch für die diplomatische Betreuung ihrer Staatsbürger in Libyen verantwortlich ist. In welcher Rolle oder Funktion sich der getötete Marokkaner in Tripolis aufgehalten hat, ist unbekannt.

Marokkaner
Quelle Außenministerium – Marokkaner in Tripolis getötet.

Weiter Granatenbeschuss trotz zugesagter Waffenruhe in Libyen.

Das marokkanische Außenministerium gab bekannt, dass es die notwendigen Maßnahmen zur Identifizierung der Familie des Opfers ergriffen habe, um sie über die tragische Nachricht zu informieren. Das Konsulat und das Außenministerium drückten der Familie des Opfers ihr Beileid aus. In der Erklärung wurde hinzugefügt, dass Marokko mit den libyschen Behörden in Tripolis zusammenarbeitet, um die Rückführung der Leiche des Marokkaners zu ermöglichen.

Besonders tragisch ist das Ereignis, weil, seit der letzten Libyenkonferenz in Berlin, eigentlich die Waffen in dem maghrebinischen Land schweigen sollten. In Berlin hatten sich alle Kriegsparteien und ihre jeweiligen Unterstützter darauf geeignet, Maßnahmen zu ergreifen und Beschlüsse umzusetzen, um die Libyenkrise zu beenden. Vor allem ging es am vorletzten Sonntag in Berlin, um die Einhaltung des seit längerem verhängten Waffenembargos. Auch eine Waffenruhe wurde angekündigt. Bereits nach weniger als einer paar Tagen, scheinen die Versprechen von Berlin vergessen.

UNO beklagt weiterhin Verletzungen des Waffenembargos.

Die Vereinten Nationen haben am Samstag beklagt, dass mehrere Länder weiterhin gegen ein von den Vereinten Nationen verhängtes Waffenembargo, gegen die Kriegsparteien in Libyen, verstoßen.

Libyen
UNO Unterstützungsmission für Libyen UNMSMIL

Aus Sicht der UNO heizen diese ausländischen Staaten den Bürgerkrieg damit an. In der Presseerklärung der UNO heißt es:

„Die Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Libyen (UNSMIL) bedauert zutiefst die anhaltenden offensichtlichen Verstöße gegen das Waffenembargo in Libyen, auch nach den diesbezüglichen Zusagen der betroffenen Länder auf der Internationalen Libyen-Konferenz in Berlin vom 19. Januar 2020.

Der zwischen der Regierung der Nationalen Einheit (GNA) und der libyschen Nationalarmee (LNA) vereinbarte Waffenstillstand vom 12. Januar, der zu einer deutlichen Reduzierung der Feindseligkeiten in Tripolis geführt hat, hat die Zivilbevölkerung in der Hauptstadt zu einer dringend erforderlichen Atempause veranlasst. Dieser fragile Waffenstillstand ist jedoch jetzt durch den laufenden Transfer ausländischer Kämpfer, Waffen, Munition und fortschrittlicher Systeme an die Parteien durch die Mitgliedstaaten bedroht, darunter mehrere, die an der Berliner Konferenz teilgenommen haben.“

Algerien – Türkischer Präsident in Algier eingetroffen.

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