Marokko – Marrakech bereitet sich auf mehr COVID-19 Fälle vor.

Regionalregierung erweitert Behandlungskapazitäten von COVID-19 Patienten.

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Patient
Gesundheitssystem zunehmend belastet.

Regionalregierung lässt zweites Feldkrankenhaus für erweiterte COVID-19 Behandlungskapazitäten aufbauen.

Marrakech – In Marrakech wurde am gestrigen Samstag (8. August 2021) mit dem Bau eines zusätzlichen Feldkrankenhauses für die Behandlung von COVID-19-Fällen begonnen, um die Krankenhäuser in der roten Königsstadt zu entlasten.

Der Wali der Region Marrakech – Safi, der Gouverneur der Präfektur Marrakesch, Karim Kassi-Lahlou, gab die Anweisung für den Bau dieses 1.600 m2 großen Feldkrankenhauses, das über 200 Betten verfügt und mit allen notwendigen medizinischen Einrichtungen für die Behandlung von kritischen Fällen von COVID-19 ausgestattet sein soll. Dies meldete die staatliche Nachrichtenagentur MAP und bestätigte damit übereinstimmende marokkanische Medienberichte. Damit reagiert die Provinzregierung Marrakech – Safi auf die anhaltend hohen Werten bei den täglichen Coronavirus SARS-COV 2 Neuinfektionen. Die Region gehört zu den besonders betroffenen Ballungszentren in Marokko.

Ballungszentren besonders von steigenden Coronavirus Neuinfektionen betroffen.

In den letzten Wochen, insbesondere nach dem Opferfest und den vielleicht zu voreilig eingeführten Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen, die in der Hoffnung auf wirtschaftliche Erholung und auf Druck des inländischen Tourismussektors erfolgt sind, steigen die Zahlen für Coronavirus Neuinfektionen stetig auf neue Rekordwerte seit Ausbruch der Pandemie an. Besonders betroffen die Regionen Casablanca – Settat, Tanger – Tétouan – Al Hoceima, Marrakech – Safi sowie Agadir – Souss.
Dieses Feldkrankenhaus ergänzt ein bereits aufgebautes, das im Ibn-Tofail-Krankenhaus des Universitätsklinikums Mohammed VI. in Marrakesch eingerichtet wurde und ebenfalls der Behandlung kritischer Fälle des neuen Coronavirus gewidmet ist. Der Aufbau dieses neuen Feldkrankenhauses drück die Besorgnis und Erwartung aus, dass diese neue Infektionswelle mit SARS-COV 2 nicht so schnell abebben wird.
Einen neuen umfassenden Lockdown will man vermeiden und geht eher in den Wettbewerb zwischen Ausbreitungs- und Impfgeschwindigkeit sowie Auslastung von Behandlungskapazitäten.

Weitere Einschränkungen und Maßnahmen sind zu erwarten.

Auch wenn ein vollständiger Lockdown nicht zu erwarten ist, da sich das Land diesen nicht mehr leisten könnte, und auch erneute vollständige Grenzschließungen nicht sehr wahrscheinlich sind, da die Einreisenden in der Regel geimpft oder bei Einreise getestet wurden, ist mit Einschränkungen der Freiheiten weiter zu rechnen. Zuletzt wurde die nächtliche Ausgangssperre erweitert und auch die Reiserechte beschränkt, doch der sonstige Alltag ist nicht weiter betroffen.
Eine strengere Durchsetzung der Regeln ist bereits angekündigt und Kapazitätsreduzierungen bei Restaurants oder Supermärkten in den Ballungszentren, im öffentlichen Nahverkehr oder Strandschließungen können nicht ausgeschlossen werden.

Premierminister kritisiert das Verhalten der Bürger.

Auffällig ist die, trotz deutlich steigender Infektionszahlen, oft demonstrative Missachtung der Eindämmungsmaßnahmen, insbesondere des richtigen Tragens der Maske. Selbst wenn Passanten auf der Straße von TV-Kamerateams angesprochen und interviewt werden, sich sogar für das Tragen der Maske aussprechen, wird dieses Schutzinstrument selbst während der Aufnahme nicht korrekt genutzt. Zuletzt kritisierte der marokkanische Premierminister das Verhalten der Menschen, die weiterhin reisen möchten, sich gegenseitig besuchen und heimlich Feste und ganze Hochzeiten feierten und nicht selten so die Verbreitung des Coronavirus begünstigen würden. Die Einschränkung der Versammlungsfreiheit wirkt sich auf den Wahlkampf vor den Parlamentswahlen im September aus, weshalb auch der Premierminister einen Verschiebung des Wahltermins immer wieder ins Gespräch bringt.

Marokko – 10.609 Coronavirus – Neuinfektionen in 24 Stunden bestätigt

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