Marokko – Mohamed El Guerroij Chef der Cannabis-Regulierungsbehörde

Legalisierter Cannabisanbau für Forschung und Industrie.

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Ehemaliger Gouverneur von El Jadida übernimmt Leitung der Nationalen Agentur für die Regulierung von Cannabisaktivitäten (ANRAC)

Rabat – Mohammed El Gerroujis, der ehemalige Gouverneur der Provinz El Jadida, hat einen neuen Chefposten. Er wurde vor kurzem vom Regierungsrate zum Leiter der Nationalen Agentur für die Regulierung von Cannabisaktivitäten (ANRAC) ernannt. Eine Aufgabe, die selbst für einen Kenner der Materie nicht einfach werden wird.

Die Ernennung wurde mit Spannung erwartet. Nach dem beschleunigten Gesetzgebungsverfahren und der Ernennung des ersten Verwaltungsrates wartete die Nationale Agentur für die Regulierung von Cannabisaktivitäten (ANRAC) darauf, wer das Amt des Leiters übernehmen würde.

Am 29. September 2022 hat die Regierung die Ernennung von Mohammed El Guerrouj zum Generaldirektor des ANRAC bestätigt. Damit soll der gelernte Ingenieur in Agrarwissenschaften und ehemalige Gouverneur der Provinz El Jadida zukünftig die Geschicke im Umgang mit Cannabis lenken. Einige Unsicherheit besteht darin, ob Herr El Gerroujis den Posten befristet oder unbefristet übernehmen wird. Der 54-jährige kennt das Umfeld seiner neuen Aufgaben mutmaßlich gut. Bis zu seiner Ernennung zum Gouverneur war er der frühere Generaldirektor der Agentur für landwirtschaftliche Entwicklung (ADA).

Legalisierter Cannabisanbau für Forschung und Industrie.

Mohammed El Guerrouj wird nun für die Umsetzung der marokkanischen Strategie verantwortlich sein, deren Ziel es ist, das Potenzial des Anbaus, der Produktion, der Verarbeitung, der Vermarktung sowie der Ausfuhr von Cannabisprodukten für medizinische, pharmazeutische und industrielle Zwecke“ vollständig auszuschöpfen, so seine Jobbeschreibung.

Zwischen 2007 und 2009 war Mohammed El Gerrouj Kabinettschef von Nizar Baraka, dem damaligen Minister für allgemeine und wirtschaftliche Angelegenheiten. Er tauschte diese Position, die direkt dem Ministerium unterstellt war, gegen die der ADA, wo er weiter aufsteigen konnte, bis er 2013 den Posten des Gouverneurs übernahm.

Legalisierung des Cannabisanbaus hat auch eine soziale Dimension.

Seit mehr als einem Jahrzehnt wird in Marokko, aber auch in anderen produzierenden Ländern, über eine kontrollierte Legalisierung des Cannabisanbaus diskutiert. Während sich Drogenbarone an den vor allem in Europa beliebten und nachgefragten Cannabis-Produkten bereicherten, lebten die Bauern in Armut und Leid. Grundsätzlich war der Cannabisanbau in Marokko illegal und die Bauern, die nicht selten auf ihrem kargen und felsigen Boden in den Bergen des Rifs keine andere Anbaumöglichkeit hatten, waren dadurch erpressbar und wirtschaftlich von den Drogenbaronen abhängig. Zugleich konnten die lokalen Behörden Druck auf sie ausüben. Der Verdienst war gering.

Das Königreich hat noch unter der PJD geführten ehemaligen Regierung El Othmani die kontrollierte Legalisierung des Cannabisanbaus in die Wege geleitet. So können für bestimmte Regionen Lizenzen für den Anbau der Pflanzen vergeben werden. Die Bauern und Zwischenhändler unterliegen strengen Kontrollen und müssen über Anbau- und Erntemengen nachvollziehbare Daten erheben. Zugleich dürfen die Erzeugnisse nur über von der genannten Agentur freigegebene Wege vermarktet werden. Grundsätzlich bleibt der Anbau außerhalb der freigegebenen Regionen und Gebieten und ohne Lizenz illegal und auch der Vertrieb / Verkauf ohne Genehmigung sowie der Konsum werden weiterhin Verfolgt und juristisch sanktioniert. Für viele Bauern und ihren Familien könnte dies aber ein Weg in die Legalität werden. Zugleich wittert, die sich im Aufbau befindliche marokkanische Pharmaindustrie ein großes Geschäft.

Marokko – Regelung zum Anbau und Verwertung von Cannabis tritt in Kraft

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