Marokko – Mord an zwei Touristinnen möglicherweise ein Terrorakt.

Keine offiziellen Bekenntnisse durch Terrororganisationen.

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Atlasgebirge
Atlasgebirge in Marokko

Marokkanische Sicherheitsbehörden haben vier Tatverdächtige ermittelt.

Marrakech – Der mittlerweile zweifellos als Mord eingestufte Tod zweier Touristinnen aus Dänemark und Norwegen hat die Menschen im gesamten Königreich erschüttert. Am letzten Montag hat man die Leichen zweier junger Frauen in einer sehr bekannten Bergsteigerregion, um den Jabal Toubkal, aufgefunden. Sie wiesen nach offiziellen Angaben Verletzungen auf, die auf eine Gewalttat hinweisen würden. Wie grausam die Tat gewesen sein muss, wird zunehmend deutlich. Inzwischen hat es mindesten eine Festnahme gegeben. Dies bestätigt der Generalstaatsanwalt des Königs in Rabat.

Generalstaatsanwalt
Erklärung des Generalstaatsanwalt in Rabat zum Mord an zwei Touristinnen am Jabal Toubkal.

Mutmaßliche Täter im Terrorumfeld vermutet.

Kaum 24h nach der Festnahme eines ersten Tatverdächtigen in Marrakech, der an der schrecklichen Ermordung direkt beteiligt gewesen sein soll, stufen die Ermittlungsbehörden die Tat als möglichen Terrorakt ein. Kurze Zeit nach dem Auffinden der beiden Opfer kursierte ein Video, in den sozialen Medien, das die Tat zeigen soll. Auf dem Video soll mindesten ein Mann zu sehen sein, der einem der beiden Opfer mit einem großen Messer den Kopf vom Körper abtrennt. Bisher wurde aber nicht bestätigt, dass es sich um ein authentisches Video zur Tat handelt. Nach jetzigem Stand geht man bei den Behörden davon aus, dass weiter mindesten drei Männer an der Tat beteiligt waren. Nach ihnen wird jetzt intensiv gefahndet. Die mutmaßlichen Täter werden der radikalisierten Islamitenszene zugerechnet. Die Sicherheitsbehörden haben gegenüber marokkanischen Medien bestätigt, dass die Tat zahlreiche Merkmale eines Terroraktes aufweise. Entsprechend wird der Mord als terroristische Straftat eingestuft.

Marokko – Touristen in Bergsteigerregion tot aufgefunden.

Keine offiziellen Bekenntnisse durch Terrororganisationen.

Bisher haben sich keine Terrororganisationen zu der Tat bekannt. Die marokkanische Staatsanwaltschaft in Marrakech, die die Ermittlungen an sich gezogen hat, hat die Bevölkerung aufgerufen, bei der Fahndung nach den weiteren mutmaßlichen Tätern zu helfen. Dazu hat man in den sozialen Netzwerken die Fotos der Tatverdächtigen und mutmaßlichen Mörder veröffentlicht.

Tatverdächtige
Fahndungsaufruf nach mutmaßlichen Tätern .

Alle bisher ermittelten Tatverdächtigen sollen aus Marrakech stammen bzw. dort leben. Nach Medienberichten stimmen sich die marokkanischen Dienste eng mit den dänischen Sicherheitsbehörden ab. In den letzten Wochen haben die Spezialeinheiten des marokkanischen Sicherheitsdienstes wiederholt mutmaßliche Terrorzellen im Land ausgehoben und mutmaßliche ISIS Sympathisanten verhaftet. Die marokkanischen Sicherheitsdienste gelten als besonders erfolgreich im Kampf gegen den radikal-islamistisch motivierten Terror. Dennoch konnte man eine solche Tat nicht im Vorfeld unterbinden.

Marokko bestürzt, geschockt und beschämt.

Die Tat hat insbesondere bei den Menschen aus der Region große Betroffenheit und Bestürzung ausgelöst. Die Region im Atlasgebirge und Hohen Atlasgebirge besteht mehrheitlich aus einer der marokkanischen Amazigh – Bevölkerungsgruppen (Berberstämmen), die trotz der in dieser ländlich geprägten Region vorhandenen Armut, als besonders tolerant und offen gelten. Diese meist einfach lebenden Menschen gelten, wie in vielen ländlichen Regionen des Landes, als besonders zuvorkommend. Sie sind stolz auf ihre Gastfreundlichkeit. Daher herrscht auch großes Unverständnis für die Tat und viele sind auch beschämt, dass es dazu kommen konnte, insbesondere da es sich bei den Opfern um junge Menschen gehandelt hat, die das Land erkunden und die Menschen kennenlernen wollten.

Opfer
Opfer des Mordes am Jabal Toubkal

Sorge um das Ansehen Marokkos

Viele Menschen im ganzen Land haben auch die Sorge geäußert, dass dieser Vorfall, der international große Aufmerksamkeit erregt hat, das Ansehen Marokkos nachhaltig beschädigen könnte. Grundsätzlich gilt Marokko als besonders sicheres Land, doch gerade in der islamischen Welt genügt ein Ereignisse wie dieses, um das Vertrauen womöglich nachhaltig zu beschädigen.

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