Marokko – Mutmaßlich algerischer Hacker greift Unternehmerverband an.

Marokkanisches Cyberabwehrzentrum bestätigen über 400 Cyberangriffe in diesem Jahr.

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Cybersicherheit
Mutmaßlicher algerischer Hacker übernimmt Website des marokkanischen Unternehmerverbandes.

Website des Unternehmerverbands CGEM von Hackerangriff betroffen. Cyberabwehrzentrum nennt über 400 Hackerangriffe im Jahr 2021.

Rabat – Am gestrigen späten Abend überraschte eine neue Startseite alle Besucher der Website des einflussreichen marokkanischen Unternehmerverbandes CGEM. Ein mutmaßlich algerischer Hacker hatte einen Cyberangriff anscheinend erfolgreich durchgeführt und hinterließ auf der Startseite seine Signatur 1337_H4x0rs_DZ und eine algerische Flagge. Neben der Abbildung der algerischen Landesflagge war zu lesen: „Kein Frieden zwischen den Systemen“, gefolgt von der Aufforderung, es dem Hacker gleich zu tun. Die Seite des CGEN ist inzwischen gesperrt.

Dieser Angriff steht im Zusammenhang mit einer diplomatischen Krise zwischen Marokko und Algerien und reiht sich in eine Vielzahl von Cyberangriffen in diesem Jahr ein.

Algerien hatte zuvor über den algerischen Kommunikationsminister und Regierungssprecher Ammar Belhimer auch Marokko wiederholt vorgeworfen, Cyberangriffe auf algerische Seiten durchzuführen.

Marokkanisches Cyberabwehrzentrum bestätigen über 400 Cyberangriffe in diesem Jahr.

In dem noch nicht beendeten Jahr 2021 soll es bisher ca. 400 gemeldete Cyberangriffe in Marokko gegeben haben, die von den Überwachungseinheiten der Generaldirektion für die Sicherheit von Informationssystemen registriert wurden. Bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfs PLF 2022 seines Ressorts zog der Staatsminister für die Verwaltung der nationalen Verteidigung, Abdellatif Loudiyi, eine Bilanz der bisherigen Arbeit im Bereich der Cybersicherheit.

Staatssekretär
Marokkanischer Staatssekretär für Verteidigung Abdellatif Loudiyi

Laut einem Bericht der Generaldirektion für die Sicherheit von Informationssystemen (DGSSI), die ihm unterstellt ist, habe man einen deutlichen Anstieg bei der Anzahl der Cyberangriffe auf Marokko im laufenden Jahr 2021 festgestellt. Die Überwachungszentren haben 400 Vorfälle bearbeitet. Ihre Interventionen zielen darauf ab, Bedrohungen zu neutralisieren, sensible und strategische Informationssysteme zu schützen und interne und externe Bedrohungen abzuwenden. In den letzten Jahren haben die Bemühungen der Behörden im Bereich Cybersicherheit, die neben Gefahrenerkennung, Beratung und Abwehr von Angriffen umfassen, Marokkos Position im Cybersicherheitsindex von Platz 93 im Jahr 2018 auf Platz 50 im Jahr 2020 verbessert, so der Staatsminister in seiner Erklärung.

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