Marokko – Neues Gesetz regelt Nachbarschaftsrecht.

Gesetz soll Gesundheitsschäden durch Lärm reduzieren und Streit zwischen Nachbarn eindämmen.

Gesetz
Gesetz verbietet wildes Anbringen von Antennen und Satellitenschüsseln.

Wildes Anbringen von Satellitenschüsseln, Wäscheleinen und Ausklopfen von Teppichen verboten.

Rabat – Die marokkanische Regierung möchte mehr Ordnung und Struktur ins Stadtbild und in Wohngemeinschaften bringen. Dazu greift die Regierung in das Wohn- und Mietrecht ein und verbietet per Gesetz unter anderem das wilde Anbringen von Satellitenschüsseln.

Bewohner von Eigentums- und Mietwohnungen verlieren Recht auf das Anbringen von Antennenanlagen.

Zunächst sind Bewohner von Eigentums- und Mietwohnungen betroffen. Sie verlieren das Recht auf das Anbringen von Antennenanlagen oder Satellitenschüsseln an Fassaden, Fenstern und Balkonen. Die neue Gesetzeslage ist zum 01. Januar 2018, nach Veröffentlichung im Amtsblatt (Government Official Bulletin), in Kraft getreten.

Gesetz verbietet auch Ausklopfen von Teppichen, Wäscheleinen und das allgemein sichtbare trocknen von Wäsche.

Wie marokkanische Medien übereinstimmend berichten, schränkt das neue Gesetz weitere Handlungen ein. Seit Jahresbeginn ist auch das Anbringen von Wäscheleinen und das allgemein sichtbare trocknen von Wäsche nicht mehr erlaubt. Auch Belästigungen z.B. durch das Ausklopfen von Teppichen sind nicht mehr zulässig. Alle Bewohner eines Hauses sind gemeinschaftlich für die Ruhe und den Frieden in der Nachbarschaft verantwortlich. Sie tragen auch die Verantwortung für Grünflächen, die Teil des Wohnkomplexes sind. Das Halten von Tieren in Wohnungen, von denen Gefahren oder Gesundheitsrisiken ausgehen könnten, wird eingeschränkt.

Gesetz soll Gesundheitsschäden durch Lärm reduzieren und Streit zwischen Nachbarn eindämmen.

Der Gesetzentwurf wurde vom ehemaligen Minister für Wohnungswesen und Städtepolitik, Nabil Benabdellah, einen Tag vor seiner Entlassung durch König Mohammed VI., unterzeichnet. Er wurde wegen Versäumnisse im Zusammenhang mit der Region Al Hoceima seines Posten enthoben – maghreb-post berichtete. Das Gesetz soll drei Funktionen erfüllen. In Marokko wohnen die Menschen zunehmend in Wohnungen und damit auf engerem Raum. Die gegenseitige Rücksichtnahme wird daher immer wichtige. Hier soll nun Klarheit geschaffen werden, was erlaubt ist und was nicht. Damit soll auch den zunehmenden Streitigkeiten, die nicht selten auch vor Gericht enden, entgegengewirkt werden. Die dritte Funktion ist die Verbesserung des Stadtbildes. Das Gesetz wurde bereits am 28. September 2017 im Kabinett beraten und vom Parlament bestätigt.

Empfohlener Artikel